{"id":12920,"date":"2022-03-08T08:00:00","date_gmt":"2022-03-08T07:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.smith.care\/?p=12920"},"modified":"2025-09-30T15:02:24","modified_gmt":"2025-09-30T13:02:24","slug":"5-fragen-an-dr-anke-diehl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.smith.care\/de\/2022\/03\/08\/5-fragen-an-dr-anke-diehl\/","title":{"rendered":"Wieso Diversit\u00e4t und Gleichberechtigung auch f\u00fcr die Medizininformatik wichtig sind"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>5 Fragen an&#8230; Dr. Anke Diehl zum Weltfrauentag<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><em>Dr. med. Anke Diehl leitet die Stabsstelle Digitale Transformation und ist Chief Transformation Officerin der Universit\u00e4tsmedizin Essen (UME), einer der 19 Partner im SMITH-Konsortium. Sie engagiert sich speziell f\u00fcr die Digitalisierung in der medizinischen Versorgung und ist daf\u00fcr erst k\u00fcrzlich mit dem German Medical Award als \u201eMedizinerin des Jahres 2021\u201c ausgezeichnet worden. Dr. Diehl setzt sich unter anderem f\u00fcr die Verbesserung der Patient:innenversorgung mittels K\u00fcnstlicher Intelligenz ein und treibt das Thema \u201eSmart Hospital\u201c ma\u00dfgeblich mit voran. Dar\u00fcber hinaus ist sie seit Ende letzten Jahres Mitglied im nationalen Expert:innengremium f\u00fcr Interoperabilit\u00e4t, dem \u201eInterop Council\u201c.<\/em> <em>Anl\u00e4sslich des Weltfrauentags haben wir mit Dr. Anke Diehl gesprochen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das Motto des diesj\u00e4hrigen Weltfrauentags ist \u201eBreak the Bias\u201c. Welche Bedeutung hat dieses Motto f\u00fcr Ihren Themenbereich?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In der Medizin und speziell bei der Digitalisierung in der Medizin spielen verschiedene Arten von Bias eine gro\u00dfe Rolle. Das Geschlecht ist dabei sicherlich eines der wichtigsten Beispiele: Allein medizinisch gibt es wesentliche Unterschiede zwischen den biologischen Geschlechtern, wodurch z. B. Medikamente anders wirken k\u00f6nnen. Das wird in klinischen Studien aber zum Teil noch nicht ausreichend ber\u00fccksichtigt. Aber auch auf Seite der Entwickler:innen von digitaler Medizin bzw. von K\u00fcnstlicher Intelligenz (KI) gibt es ein gro\u00dfes Ungleichgewicht zugunsten von m\u00e4nnlichen Entwicklern. Dadurch kann nat\u00fcrlich auch ein Bias entstehen und diesen zu entdecken bzw. gar nicht erst entstehen zu lassen ist sehr wichtig.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Man br\u00e4uchte also mehr Frauen bzw. mehr Diversit\u00e4t in medizininformatischen Berufen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ja, genau \u2013 Diversit\u00e4t spielt nicht nur zur Vermeidung von Bias in der digitalen Medizin eine wichtige Rolle. Es ist sehr wichtig Diversit\u00e4t in jeglicher Form bewusst und fr\u00fchzeitig mitzudenken, speziell bei der Entwicklung von technischen L\u00f6sungen. Interdisziplin\u00e4res Arbeiten auf Augenh\u00f6he, die Integration von den verschiedenen Blickwinkeln und l\u00f6sungsorientierte Diskussionen erfordern gewisse Soft Skills. Hier sind gem\u00e4\u00df Studien aus der soziologischen und psychologischen Forschung Frauen durchaus im Vorteil. Hier k\u00f6nnen wir in der Medizin bzw. in der Medizininformatik auch lernen von anderen Beispielen der digitalen Transformation und den entsprechenden Work Skills 4.0. Der \u201eCollective Genius\u201c erfordert Diversit\u00e4t und mehr Frauen in der digitalen Medizin.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was unternehmen Sie aktiv, um die Themen Diversit\u00e4t, Collective Genius und Bias-Vermeidung speziell im Bereich der digitalen Medizin voranzutreiben?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auf der einen Seite ist es mir wichtig, auf diese Themen auf h\u00f6chster Ebene aufmerksam zu machen. So habe ich erst k\u00fcrzlich zusammen mit exzellenten Fachkolleg:innen einen offenen Brief an die Bundesministerien f\u00fcr Gesundheit sowie f\u00fcr Bildung und Forschung formuliert, der auf die Wichtigkeit der geschlechterdifferenzierten Gesundheitsforschung auf nationaler Ebene hinweist. Andererseits ist es gerade f\u00fcr die Ausbildung ein wichtiges Thema. Im Wahlfach Gendermedizin halte ich beispielsweise eine Vorlesung zu Digitalisierung und KI und wir planen gerade eine Reihe von Workshops zu dem Thema. Bei den Nachwuchswissenschaftler:innen kommt das super an \u2013 sie f\u00fchlen sich direkt angesprochen. Zuletzt m\u00fcssen wir auch die entsprechenden Vorbilder schaffen und das auch publik machen. So sind beispielsweise 4 von 7 Mitglieder:innen des Interop Councils \u2013 inklusive dessen Leiterin \u2013 Frauen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was m\u00f6chten Sie jungen Talenten raten?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Zeit der Digitalisierung und des Einsatzes von intelligenten Systemen in der Medizin hat gerade erst begonnen, hier liegt also noch ein unglaubliches Potential sich zu engagieren. Nachwuchswissenschaftler:innen und junge Talente haben an der Schnittstelle zwischen Medizin, Psychologie, Informatik und Mathematik gro\u00dfe Chancen sich einzubringen und aktiv etwas zu bewegen und dies nicht nur in der Theorie, sondern auch in der medizinischen Versorgungspraxis! Es gibt so viele tolle Projekte und Initiativen, die eine Kombination von Digitalisierung, Medizininformatik, KI mit Patient:innenversorgung erm\u00f6glichen. Das ist spannend, sehr befriedigend und ein absolut krisenfestes, zukunftssicheres Arbeitsumfeld mit Innovationspotential.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bitte beenden Sie folgenden Satz: Die Mitarbeit im SMITH-Konsortium der Medizininformatik-Initiative ist f\u00fcr mich wichtig, weil<\/strong>&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Interoperabilit\u00e4t eines der essentiellen Kernpunkte bei der Digitalisierung in der Medizin sowie insgesamt beim Thema Smart Hospital darstellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Weltfrauentag sprachen wir mit Dr. Anke Diehl, Chief Transformation Officerin der Unimedizin Essen \u00fcber Frauen und Diversit\u00e4t in der Medizininformatik.<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":12932,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-12920","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-5-fragen-an"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.smith.care\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12920","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.smith.care\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.smith.care\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.smith.care\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.smith.care\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12920"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/www.smith.care\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12920\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":25262,"href":"https:\/\/www.smith.care\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12920\/revisions\/25262"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.smith.care\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/12932"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.smith.care\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12920"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.smith.care\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12920"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.smith.care\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12920"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}