{"id":15357,"date":"2022-09-28T15:10:21","date_gmt":"2022-09-28T13:10:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.smith.care\/?p=15357"},"modified":"2025-09-30T17:04:42","modified_gmt":"2025-09-30T15:04:42","slug":"gezielte-vorsorge-und-therapie-nach-intensivmedizinischer-behandlung-5-fragen-an-prof-dr-gernot-marx-und-dr-denise-molinnus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.smith.care\/de\/2022\/09\/28\/gezielte-vorsorge-und-therapie-nach-intensivmedizinischer-behandlung-5-fragen-an-prof-dr-gernot-marx-und-dr-denise-molinnus\/","title":{"rendered":"Gezielte Vorsorge und Therapie nach intensivmedizinischer Behandlung per App"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>5 Fragen an Prof. Dr. Gernot Marx und Dr. Denise Molinnus<\/strong><\/p>\n\n\n<p><em>Vor knapp einem Jahr sind die vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) gef\u00f6rderten Digitalen FortschrittsHubs gestartet. Ihr Ziel ist es, die in der Medizininformatik-Initiative etablierten IT-Infrastrukturen \u00fcber den universit\u00e4tsmedizinischen Kontext hinaus in die regionale Gesundheitsversorgung zu \u00fcbertragen. Einbezogen werden beispielsweise Arztpraxen, regionale Krankenh\u00e4user, Rehabilitations- und Pflegeeinrichtungen sowie Rettungsdienste. Der vom SMITH-Konsortium betreute Digitale FortschrittsHub DISTANCE widmet sich der intensivmedizinischen Nachsorge mittels der PICOS-App. Prof. Dr. Gernot Marx, Direktor der Klinik f\u00fcr Operative Intensivmedizin und Intermediate Care an der Uniklinik RWTH Aachen leitet den DISTANCE Hub. Die Koordination sowie wissenschaftliche Leitung hat Dr. Denise Molinnus inne. Sie habilitiert zeitgleich an der RWTH Aachen in anwendungsorientierter Forschung.<\/em><\/p>\n<p><em>Wir haben mit Prof. Dr. Marx und Dr. Molinnus \u00fcber den aktuellen Stand im DISTANCE-Projekt gesprochen und welche Herausforderungen die Etablierung der PICOS-App mit sich bringt.<\/em><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><br><strong>Hier finden Sie das vollst\u00e4ndige Interview auch zum Anh\u00f6ren:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio aligncenter\"><audio controls src=\"https:\/\/www.smith.care\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Audio-Interview-Marx-Molinnus_SMITH-News_CB.mp3\"><\/audio><\/figure>\n\n\n\n<p><br><\/p>\n\n\n<hr \/>\n<p><strong><em><br \/><\/em>Sie, Professor Marx, kommen aus dem Feld der An\u00e4sthesiologie, Intensiv- und Notfallmedizin. Sie, Dr. Molinnus, aus der Biosensorik. Wie kamen Sie dazu, sich f\u00fcr die Digitalisierung im Gesundheitswesen einzusetzen?<\/strong><\/p>\n<p>Prof. Dr. Marx: Die Intensivmedizin und auch die An\u00e4sthesie sind sehr parameterbasierte Fachgebiete in der Medizin, die fr\u00fch digitalisiert worden sind. Deshalb habe ich mich relativ fr\u00fchzeitig dem Thema Digitale Medizin zugewandt. In der Intensivmedizin beispielsweise nutzen wir schon seit vielen Jahren digitalisierte und automatisierte Dokumentation. Der Mehrwert von \u201evielen Daten\u201c war bei mir deshalb schon sehr fr\u00fch pr\u00e4sent. Schon seit mehr als zehn Jahren besch\u00e4ftige ich mich in meiner Forschung mit der Weiterentwicklung in den Bereichen Telemedizin, k\u00fcnstliche Intelligenz und Algorithmenentwicklung.<\/p>\n<p>Dr. Molinnus: Bei mir hat das Interesse f\u00fcr Digitale Medizin schon w\u00e4hrend des Studiums angefangen. Ich habe biomedizinische Technik studiert und w\u00e4hrend des Studiums parallel in der Notaufnahme gearbeitet. Dadurch wurde mir klar, dass ich die Technik in der Medizin weiterentwickeln m\u00f6chte. In der Promotion habe ich mich dann auf die Sensorik, speziell Wearables und Monitoring von Patientinnen und Patienten spezialisiert. Ich denke, dass die Digitale Medizin in Kombination mit Sensorik die Zukunft ist. Das sieht man schon bei den Diabetes-Patientinnen und -Patienten mit Glucose-Sensoren. Hier werden Daten automatisch an die Wearables, mobile Endger\u00e4te oder Smart-Watches gesendet, die Parameter auch an die \u00c4rztinnen und \u00c4rzte. Genau da m\u00f6chte ich ankn\u00fcpfen und die Digitalisierung in der Medizin weiter voranbringen. Das ist auch f\u00fcr das DISTANCE-Projekt eine gute Basis. Hier kann ich die App mit dem Background und der Technik, die ich im Studium gelernt habe, weiterentwickeln.<\/p>\n<p><strong>DISTANCE fokussiert sich auf die medizinische Nachsorge von ehemaligen Intensivpatientinnen und -patienten unter Einbezug der regionalen Gesundheitsversorgung. Wie weit ist das Projekt derzeit und was sind die n\u00e4chsten Meilensteine?<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Molinnus: Ziel ist es, einen Digital Hub in DISTANCE aufzubauen, wo die Daten von den verschiedenen Allgemeinkrankenh\u00e4usern und Arztnetzen gesammelt und gespeichert werden. Dort sind wir im Moment im Austausch mit den Arztnetzen und Allgemeinkrankenh\u00e4usern, um die Architektur um DISTANCE aufzubauen. Hier ist es ganz wichtig, dass wir eine enge Kommunikationsstruktur mit den Rollout-Partnern haben, um das Projekt wirklich erfolgreich voran zu bringen. Parallel dazu entwickeln wir die PICOS-App, das ist der Use Case im DISTANCE-Projekt. Ab 01.10. wird die PICOS-App breitfl\u00e4chig getestet.<\/p>\n<p>Prof. Dr. Marx: Wir haben bereits seit der ersten F\u00f6rderperiode der Medizininformatik-Initiative im SMITH-Konsortium den intensivmedizinischen Use Case ASIC, in dessen Rahmen wir eine App entwickelt haben. Hierbei ging es darum, das Akute Lungenversagen fr\u00fchzeitiger zu diagnostizieren und entsprechend die Therapie einzuleiten. Die Erfahrungen, die wir hier mit der Entwicklung der ASIC-App gesammelt haben, konnten wir dann gleich f\u00fcr DISTANCE nutzen, um schneller eine sehr \u00fcberzeugende App zu entwickeln. Das betrifft beispielsweise regulatorische Ma\u00dfnahmen im Sinne von Medizinproduktzulassung und das Thema Datenschutz sowie Datensicherheit. Wir haben schon viele wichtige erste Schritte geschafft, um dann letztendlich mit den Patientinnen und Patienten sowie den vielen Partnern aus unterschiedlichen Versorgungssektoren in das Projekt zu starten.<\/p>\n<p><strong>Die eben erw\u00e4hnte PICOS-App bildet das Herzst\u00fcck des DigiHubs DISTANCE. Sie begleitet den physischen und psychischen Zustand von ehemaligen Intensivpatientinnen und -patienten. Vor welchen Herausforderungen stehen Sie bei der Entwicklung und Implementierung der App?<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Molinnus: Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung war definitiv zu wissen, dass die Patientinnen und Patienten, wenn sie frisch von der Intensivstation kommen, vielleicht kognitive und psychische Einschr\u00e4nkungen haben. Deshalb war es wichtig darauf einzugehen. Wir haben die PICOS-App in intensiven Farben gestaltet und schlicht sowie intuitiv in der Handhabung gehalten. Die Patientinnen und Patienten sollten die App gerne verwenden, nicht abgeschreckt werden und einen Sinn hinter der Anwendung sehen.<\/p>\n<p><strong>Wie stellen Sie sicher, dass auch \u00e4ltere sowie nicht-medienaffine Menschen die App verwenden k\u00f6nnen?<\/strong><\/p>\n<p>Prof. Dr. Marx: Wir haben uns von vornherein darum gek\u00fcmmert, dass wir beim App-Design darauf achten, dass zum Beispiel Menschen, die Probleme mit dem Sehen haben, die App dennoch einfach verwenden k\u00f6nnen. Das funktioniert \u00fcber Schriftgr\u00f6\u00dfe, Symbolgr\u00f6\u00dfe oder auch Farbgebung. Wir haben das auch entsprechend getestet. Vor allem aber unterst\u00fctzen wir \u00e4ltere und nicht-medienaffine Menschen durch unseren Service: Wenn es zu Fragen oder Unsicherheiten kommt, k\u00f6nnen sie uns jederzeit kontaktieren. Je nachdem wie es gew\u00fcnscht ist, per E-Mail oder Telefon. Wir sind gut erreichbar und das halte ich f\u00fcr einen sehr gro\u00dfen Erfolgsfaktor. Man kennt das ja, wenn man selbst ein technisches Problem hat und sich Unterst\u00fctzung holen muss: Wenn das nicht umgehend passiert, vergeht nat\u00fcrlich auch schnell die Lust sich zu engagieren. Wir sind jetzt relativ am Beginn des Projekts und ich gehe davon aus, dass die App am Ende etwas anders aussehen wird als jetzt. Bei uns gibt es die Bereitschaft, gute Vorschl\u00e4ge zur Verbesserung aufzunehmen und weiterzuentwickeln. Die Firma Healthcare IT-Solutions, die die App technisch unterst\u00fctzt, ist sehr agil und steht auch zur Verf\u00fcgung, um entsprechende Vorschl\u00e4ge umzusetzen.<\/p>\n<p><strong>Bitte beenden Sie folgenden Satz: Die Arbeit im DISTANCE-Projekt ist mir wichtig weil, \u2026<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Molinnus: hier die Patientinnen und Patienten in das Projekt direkt mit involviert sind und wir durch die Verbindung zwischen Medizin und Technik die Digitale Medizin in Deutschland aktiv mitgestalten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Prof. Dr. Marx: es uns gelingen kann, dass wir sektoren\u00fcbergreifend bessere Patientenversorgung durch Forschung und Datennutzung sowie -bereitstellung erreichen k\u00f6nnen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor fast einem Jahr starteten die BMBF-gef\u00f6rderten Digitalen FortschrittsHubs. Prof. Marx und Dr. Molinnus geben im Interview einen \u00dcberblick \u00fcber den DISTANCE-Hub des SMITH-Konsortiums.<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":15381,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-15357","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-5-fragen-an"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.smith.care\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15357","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.smith.care\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.smith.care\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.smith.care\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.smith.care\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15357"}],"version-history":[{"count":33,"href":"https:\/\/www.smith.care\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15357\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":25357,"href":"https:\/\/www.smith.care\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15357\/revisions\/25357"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.smith.care\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/15381"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.smith.care\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15357"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.smith.care\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15357"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.smith.care\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15357"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}