{"id":15803,"date":"2022-12-20T13:00:18","date_gmt":"2022-12-20T12:00:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.smith.care\/?p=15803"},"modified":"2025-09-30T16:57:11","modified_gmt":"2025-09-30T14:57:11","slug":"warum-datenintegrationszentren-mehr-als-nur-technik-sind-5-fragen-an-diz-leiterin-dr-irina-lutz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.smith.care\/de\/2022\/12\/20\/warum-datenintegrationszentren-mehr-als-nur-technik-sind-5-fragen-an-diz-leiterin-dr-irina-lutz\/","title":{"rendered":"Warum Datenintegrationszentren mehr als nur Technik sind"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Warum Datenintegrationszentren mehr als nur Technik sind | 5 Fragen an\u2026 DIZ-Leiterin Dr. Irina Lutz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Die Medizininformatik ist die Schnittstelle zwischen Medizin und IT. Unterschiedliche Berufsfelder greifen ineinander \u00fcber und erg\u00e4nzen sich. Auch weniger offensichtliche Fachgebiete sind hier vertreten und relevant. Die <a href=\"https:\/\/www.smith.care\/de\/ueber-smith\/datenintegrationszentren\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Datenintegrationszentren (DIZ)<\/a> der <a href=\"https:\/\/www.medizininformatik-initiative.de\/de\/start\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Medizininformatik-Initiative<\/a> verk\u00f6rpern diese Schnittstelle. Die DIZ f\u00fchren Routinedaten aus der Krankenversorgung zentral zusammen, anonymisieren und harmonisieren diese, um sie f\u00fcr die medizinische Forschung zur Verf\u00fcgung zu stellen. Hinter den Zentren steckt eine komplexe Infrastruktur, die wohl durchdacht sein will. Mitarbeitende sollten \u00fcber interdisziplin\u00e4re Kenntnisse verf\u00fcgen. Dr. Irina Lutz leitet eines der bisher sieben in SMITH aufgebauten DIZ. Die promovierte Ingenieurin verbindet technisches Fachwissen mit Informatik und klinischem Grundwissen. In ihrer jetzigen Position an der Uniklinik RWTH Aachen verantwortet Dr. Lutz die strategische Planung der Aufgaben und Prozesse im DIZ.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Welche Herausforderungen damit verbunden sind und wo sie die Zukunft der DIZ sieht, verr\u00e4t sie uns im Interview.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sie kommen aus der Ingenieurswissenschaft. Wie sind Sie zu Ihrer jetzigen T\u00e4tigkeit gekommen und wie k\u00f6nnen Sie Ihre F\u00e4higkeiten als Ingenieurin in das DIZ einbringen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich hatte mich mit einem Mitarbeiter der Uniklinik Aachen \u00fcber Xing verbunden. So habe ich mitbekommen, dass ein gro\u00dfes Projekt im Rahmen der Medizininformatik-Initiative ausgeschrieben wurde und mich dann initiativ als Projektmanagerin beworben. Die Abl\u00e4ufe im wissenschaftlichen Arbeiten, in Projekten und auch in der Drittmittelakquise waren mir durch meine T\u00e4tigkeit als Projektleiterin an der Technischen Universit\u00e4t Ilmenau bereits bekannt. Danach habe ich als Ingenieurin in der Industrie gearbeitet, damals als Produktmanagerin. Deshalb kannte ich sowohl die Seite der Industrie als auch die der Wissenschaft. So habe ich sehr gut auf die Stelle als Projektmanagerin und sp\u00e4ter als DIZ-Leiterin gepasst.<\/p>\n\n\n\n<p>Zudem bringe ich als Ingenieurin jede Menge Erfahrung in Organisation, Planung, Infrastrukturaufbau, Sammlung von Anforderungen, Prozessetablierung und eine strukturierte Arbeitsweise f\u00fcr administrativ-organisatorische Arbeiten und die Einf\u00fchrung neuer Ideen mit. All diese Prozesse sind in der IT und im Ingenieurswesen sehr \u00e4hnlich. Produktmanager machen auch nichts anderes als die ganzen Abl\u00e4ufe bei der Etablierung von Produkten zu organisieren und zu evaluieren. Man nimmt au\u00dferdem Kontakt zu Herstellerfirmen und Kunden auf, die bei meinem vorherigen Arbeitgeber auch Krankenh\u00e4user oder Pflegeeinrichtungen waren. Diese Erfahrungen habe ich in meinen aktuellen Beruf mitgenommen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sie entwerfen und planen also als Ingenieurin in der MII keine technischen Komponenten, sondern ein ganzes Projekt.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Genau, die Prozesse sind \u00e4hnlich, nur zuvor war es der Aufbau einer Hardware in Kooperation mit Firmen, hier ist es der Aufbau einer Infrastruktur. Diese muss man auch vorausdenken: Was genau will man aufbauen, was wird dabei ben\u00f6tigt, welche Schritte m\u00fcssen eingeleitet werden? Reichen unsere Ressourcen? Wie kann ich Mitarbeitende ihrer F\u00e4higkeiten gem\u00e4\u00df strategisch einsetzen?<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Welche Herausforderungen haben Sie bei der Inbetriebnahme des Datenintegrationszentrums in Aachen gemeistert?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich w\u00fcrde sagen, die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung war, DIZ-Prozesse in jahrelang etablierte Prozesse des Uniklinikums Aachen zu integrieren. Auf einmal m\u00fcssen die Klinik-Mitarbeitenden zus\u00e4tzlich den Broad Consent erfassen, der Vorstand und weitere Personen, die ohnehin schon gut besch\u00e4ftigt sind, m\u00fcssen sich zusammensetzen und Antr\u00e4ge bewilligen. Auch der Datenschutzbeauftragte des Klinikums muss Zeit f\u00fcr uns finden. Das DIZ stellt das UKA vor zus\u00e4tzliche Aufgaben und wir als DIZ-Team m\u00fcssen uns irgendwie an bestehende Prozesse anpassen. Hinzu kommt, dass die Prozesse im Krankenhaus ohnehin schon eng getaktet sind.<br><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Inwiefern unterscheiden sich die DIZ der Konsortien untereinander?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Laufe des Projekts stellte sich heraus, dass sich die verwendeten Prim\u00e4rsysteme zwischen den Unikliniken unterscheiden. Das bedeutet, die Daten werden unterschiedlich strukturiert abgelegt und stehen in verschiedenen Formaten zur Verf\u00fcgung. In einem Klinikum wird beispielsweise nur das HL7-Format verwendet, in dem anderen k\u00f6nnen die Prim\u00e4rsysteme bereits FHIR herausgeben. Dabei wurde ersichtlich, dass man bei der Infrastrukturumsetzung nicht immer den gleichen Weg gehen kann. Das ist auch der Unterschied, der sich am Ende in der Infrastruktur zeigt. Durch diese Unterschiede k\u00f6nnen die Kliniken jedoch voneinander lernen und einander unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der letzte Projectathon zum Ende der aktuellen F\u00f6rderphase ergab, dass alle SMITH-DIZ in der Lage sind, Daten zu liefern. Wie wird sich die Arbeit in den Datenintegrationszentren zuk\u00fcnftig weiterentwickeln?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Infrastruktur steht im Gro\u00dfen und Ganzen. Wir m\u00fcssen uns in n\u00e4chster Zeit darauf konzentrieren, dass die Datenqualit\u00e4t entsprechend vorhanden ist. Dann m\u00fcssen wir verst\u00e4rkt an Data Use Projects teilnehmen sowie klinikinterne Unterst\u00fctzung anbieten. Jedes DIZ sollte sich innerhalb des eigenen Uniklinikums etablieren und das medizinische Personal verst\u00e4rkt unterst\u00fctzen. Eine intensivere Zusammenarbeit in Projekten mit forschenden \u00c4rzten aus dem eigenen oder anderen Krankenh\u00e4usern w\u00e4re denkbar. Die klinik\u00fcbergreifenden Projekte sind f\u00fcr die DIZ auch sehr spannend und f\u00fcr die weitere Entwicklung wichtig.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich m\u00fcssen auch weiter Daten eingereicht werden. Wir haben uns bisher lediglich auf Daten aus den Use Cases im Rahmen des SMITH-Projekts konzentriert und erst einmal nur diese aus den Prim\u00e4rsystemen in die DIZ integriert. Es gibt jedoch viel mehr Daten in den Prim\u00e4rsystemen, die wir in die DIZ holen k\u00f6nnen. Das Ziel ist, so viele Daten zur Verf\u00fcgung zu haben wie es nur geht, sodass, wenn Forschende Daten abfragen wollen, alle notwendigen Daten vorhanden sind und direkt zur Verf\u00fcgung gestellt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Beenden Sie folgenden Satz: Mich begeistert am Feld der Medizininformatik am meisten&#8230;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u2026 die Idee, interoperable Datenbanken in den Unikliniken aufzubauen, auf die medizinisch Forschende zugreifen k\u00f6nnen. Am Ende soll die Infrastruktur vor allem den B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern zugutekommen, indem medizinische Behandlungen verbessert und Krankheiten m\u00f6glicherweise sogar vollst\u00e4ndig geheilt werden k\u00f6nnen. Ich bin mit der Motivation in das DIZ und in das Projekt gekommen, an der Entwicklung von Methoden zur Heilung von Krankheiten mitzuwirken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dr. Irina Lutz leitet ein SMITH-DIZ an der Uniklinik RWTH Aachen. 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