{"id":25762,"date":"2025-11-18T15:07:13","date_gmt":"2025-11-18T14:07:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.smith.care\/?p=25762"},"modified":"2025-11-18T15:07:14","modified_gmt":"2025-11-18T14:07:14","slug":"gemtex-llm-workshop-und-plenarmeeting-11-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.smith.care\/de\/2025\/11\/18\/gemtex-llm-workshop-und-plenarmeeting-11-2025\/","title":{"rendered":"Potenziale von KI-Sprachmodellen in der klinischen Praxis nutzen"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>GeMTeX LLM-Workshop &amp; Plenarmeeting am 10.\/11.11.2025<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Rund 50 <a href=\"https:\/\/www.smith.care\/de\/gemtex_mii\/ueber-gemtex\/\">GeMTeX<\/a>-Projektmitarbeitende sowie weitere Interessierte aus Forschung, Klinik und Informatik trafen sich am 10. November 2025 in M\u00fcnchen, um sich beim vierten Large Language Model (LLM)-Workshop<strong> <\/strong>\u00fcber aktuelle Entwicklungen und den Einsatz von Sprachmodellen in der Medizin auszutauschen. Im anschlie\u00dfenden GeMTeX-Plenarmeeting am 11. November stand der Projektfortschritt in GeMTeX im Mittelpunkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Im GeMTeX-Projekt werden klinische Dokumente wie Arzt- und Entlassbriefe so aufbereitet, dass sie datenschutzgerecht f\u00fcr Forschung und Anwendungen K\u00fcnstlicher Intelligenz (KI) nutzbar werden. KI-gest\u00fctzte Sprachmodelle wie LLMs lernen aus umfangreichen Textdaten und k\u00f6nnen f\u00fcr vielf\u00e4ltige Aufgaben eingesetzt werden, z. B. f\u00fcr die Generierung eigenst\u00e4ndiger Texte. Um M\u00f6glichkeiten, Rahmenbedingungen und Herausforderungen der Nutzung von LLMs in der Klinik zu diskutieren, l\u00e4dt das GeMTeX-Team zweimal j\u00e4hrlich Expertinnen und Experten zu einem LLM-Workshop ein.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Rund 14.700 klinische Dokumente datenschutzgerecht aufbereitet<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zum Auftakt des vierten LLM-Workshops am 10. November pr\u00e4sentierten Dr. Frank Meineke, Christina Lohr (Universit\u00e4t Leipzig) sowie Justin Hofenbitzer (TUM Klinikum rechts der Isar) den aktuellen Stand im GeMTeX-Projekt. Bereits rund 14.700 klinische Dokumente wurden an den universit\u00e4tsmedizinischen Partnerstandorten M\u00fcnchen, Leipzig, Essen, Berlin, Dresden und Erlangen de-identifiziert. Dabei haben studentische Hilfskr\u00e4fte Daten, die auf Personen oder Institutionen schlie\u00dfen lassen, unkenntlich gemacht. Parallel hat an allen Standorten die semantische Annotation begonnen, um Inhalte wie Diagnosen, Prozeduren oder Therapiebez\u00fcge mithilfe von Metadaten strukturiert erfassbar zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch international wird an der Bereitstellung von Gesundheitsdaten aus klinischen Texten gearbeitet. Im Anschluss an den Beitrag des GeMTeX-Teams gab Prof. Dr. Markus Kreuzthaler (Medizinische Universit\u00e4t Graz) Einblicke in das EU-Projekt <a href=\"https:\/\/www.aidava.eu\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.aidava.eu\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">AIDAVA<\/a>, in dem, \u00e4hnlich wie in GeMTeX, umfangreiche manuelle Annotationen klinischer Dokumente entstehen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>LLMs bieten Potenzial f\u00fcr Augenheilkunde und Entscheidungsunterst\u00fctzung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im weiteren Verlauf des LLM-Workshops r\u00fcckten klinische Anwendungsszenarien in den Fokus: Prof. Dr. Danny Kowerko (TU Chemnitz) demonstrierte das Potenzial generativer Sprachmodelle in der Augenheilkunde. In seinem Vortrag zeigte er, wie klinische Informationen mithilfe LLM-basierter Extraktionsmethoden nutzbar gemacht werden k\u00f6nnen. Ein weiteres Beispiel aus der klinischen Praxis lieferte Prof. Dr. Florian Matthes (TU M\u00fcnchen). Sein Team entwickelt mit Mevidence einen Prototyp f\u00fcr ein LLM-basiertes Frage-Antwort-System zur Unterst\u00fctzung klinischer Entscheidungen. Daneben gab er in seinem Beitrag einen kompakten \u00dcberblick \u00fcber rechtliche Anforderungen, die bei der Nutzung klinischer Daten in KI-Systemen beachtet werden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Neuer Supercomputer liefert Grundlage f\u00fcr LLMs<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Damit Sprachmodelle funktionieren, m\u00fcsse sie mit gro\u00dfen Datenmengen trainiert werden. Hierf\u00fcr ben\u00f6tigen Forschende enorme Rechenleistung \u2013 Supercomputer k\u00f6nnen hierf\u00fcr eine L\u00f6sung bieten. Mathis Bode (Forschungszentrum J\u00fclich) stellte auf dem LLM-Workshop mit JUPITER den ersten europ\u00e4ischen Exascale-Supercomputer vor, der im September 2025 in Betrieb ging.<\/p>\n\n\n\n<p>JUPITER z\u00e4hlt mit einem Exabyte Speicher und einer Kapazit\u00e4t f\u00fcr mehr als eine Trillion Rechenoperationen pro Sekunde zu den leistungsst\u00e4rksten Supercomputern der Welt. Nur mithilfe von Supercomputern sind perspektivisch gro\u00dfe Sprachmodelle berechenbar, die vergleichbar mit vorhandenen kommerziellen Modellen sind.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Paneldiskussion zeigt Erfordernisse f\u00fcr LLM in der Klinik auf<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im zweiten Teil der Veranstaltung diskutierten Expertinnen und Experten aus Graz, Leipzig, M\u00fcnchen und weiteren Standorten in einem Panel, wie LLMs sinnvoll in klinische Arbeitsabl\u00e4ufe eingebettet werden k\u00f6nnen. Die Panelisten waren sich einig: LLMs in der Klinik m\u00fcssen besonders Nutzer- und patientenzentriert entwickelt werden und sich nahtlos in die klinischen Workflows einf\u00fcgen. Dar\u00fcber hinaus ist ein Goldstandard f\u00fcr die Evaluation von LLMs n\u00f6tig.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dokumente werden in Datenintegrationszentren verf\u00fcgbar gemacht <\/strong><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auf dem GeMTeX-Plenarmeeting am zweiten Tag drehte sich alles um den internen Projektfortschritt. Ein Highlight: die erfolgreiche Spezifizierung des MII Kerndatensatz-Moduls <em>Dokument<\/em> \u2013 &nbsp;damit wurde ein zentraler Meilenstein im GeMTeX-Projekt erreicht. Der Kerndatensatz der Medizininformatik-Initiative (MII) definiert, in welcher Form Daten in den Datenintegrationszentren (DIZ) an Kliniken vorgehalten werden m\u00fcssen. Nun wird das Modul <em>Dokument<\/em> schrittweise in den DIZ implementiert, sodass Daten aus klinischen Dokumenten standardisiert bereitgestellt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Projektteam arbeitet derzeit au\u00dferdem an einem Konzept f\u00fcr die Nachnutzung des in GeMTeX entstehenden Textkorpus. Abanoub Abdelbmalak (ZB MED) zeigte auf dem Plenarmeeting erste Planungen f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Zugriff auf das Korpus.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>GeMTeX arbeitet auf ein deutsches Textkorpus hin<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nach fast zweieinhalb Jahren Projektlaufzeit zeigt sich: Das GeMTeX-Team kommt seinem Ziel \u2013 der Erstellung eines gro\u00dfen deutschen Korpus mit Texten aus der klinischen Versorgung \u2013 immer n\u00e4her. Zugleich k\u00f6nnen diese Arbeiten zunehmend mit der dynamischen Entwicklung gro\u00dfer klinischer Sprachmodelle verkn\u00fcpft werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Das n\u00e4chste Plenarmeeting findet 18. M\u00e4rz 2026 online statt, ein weiteres Pr\u00e4senzmeeting ist f\u00fcr Ende Juni 2026 in M\u00fcnchen geplant.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rund 50 GeMTeX-Projektmitarbeitende sowie weitere Interessierte aus Forschung, Klinik und Informatik trafen sich am 10. November 2025in M\u00fcnchen, um sich beim vierten Large Language Model (LLM)-Workshop \u00fcber aktuelle Entwicklungen und den Einsatz von Sprachmodellen in der Medizin auszutauschen. Im anschlie\u00dfenden GeMTeX-Plenarmeeting am 11. 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