{"id":25812,"date":"2025-12-03T08:27:00","date_gmt":"2025-12-03T07:27:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.smith.care\/?p=25812"},"modified":"2025-11-28T14:11:53","modified_gmt":"2025-11-28T13:11:53","slug":"5-fragen-an-diz-biobank-halle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.smith.care\/de\/2025\/12\/03\/5-fragen-an-diz-biobank-halle\/","title":{"rendered":"Medizinische Daten und Bioproben aus einer Hand: Wie das Datenintegrationszentrum und die Biobank Halle gemeinsam Forschung vernetzen"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>&nbsp;5 Fragen an&#8230; Dr. Daniel Tiller und Dr. Melanie Zinkhan<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Seit 2022 unterst\u00fctzen das Datenintegrationszentrum (DIZ) und die Biobank an der Universit\u00e4tsmedizin Halle gemeinsam die medizinische Forschung am Standort. Inzwischen haben in Halle mehr als 10.000 Patientinnen und Patienten der Nutzung ihrer medizinischen Daten und Bioproben aus der Routineversorgung zugestimmt. Doch wie kommen diese Daten und Bioproben an die Forschenden? Und wie nutzen beide Einrichtungen ihre Synergien? Das erkl\u00e4ren Dr. Melanie Zinkhan, Leitung der Biobank und Dr. Daniel Tiller, Leiter des DIZ der Universit\u00e4tsmedizin Halle im Interview.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wenn Sie Ihre Arbeiten pr\u00e4sentieren, treten Sie zumeist gemeinsam auf. Worin besteht Ihre Zusammenarbeit und warum lohnt sie sich?&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Melanie Zinkhan:<\/strong> Das DIZ und die Biobank Halle sind ungef\u00e4hr zeitgleich hier an der Universit\u00e4tsmedizin entstanden. Von Beginn an gab es den Anspruch, Synergien zu nutzen. Beide Einrichtungen unterst\u00fctzen die medizinische Forschung, das DIZ auf der Datenseite, die Biobank mit Bioproben. Ich denke, der gr\u00f6\u00dfte Vorteil f\u00fcr uns ist, dass wir eine gemeinsame Patienteneinwilligung f\u00fcr die Nutzung von medizinischen Behandlungsdaten und Bioproben erheben. Darauf aufbauend haben wir harmonisierte Prozesse f\u00fcr das Einwilligungsmanagement und die Entnahme von Bioproben etabliert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nehmen wir an, eine Forschende m\u00f6chte Daten und zugeh\u00f6rige Bioproben im DIZ Halle beantragen. Welche wichtigen Schritte durchlaufen die Daten ab dem Zeitpunkt der Erfassung bis zur Bereitstellung \u2013 sowohl aus DIZ- als auch aus Biobank-Sicht?<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Daniel Tiller:<\/strong> Der Startpunkt f\u00fcr die Daten ist immer die Einwilligung der Patientinnen und Patienten (Broad Consent). Liegt sie vor, k\u00f6nnen auf den Stationen Daten und Bioproben erhoben und f\u00fcr Forschungsprojekte genutzt werden. Alle Daten, auch die Metadaten zu den Bioproben, liegen im DIZ, w\u00e4hrend die Bioproben in der Biobank lagern. Wir haben zudem eine gemeinsame Transferstelle und ein gemeinsames Antragsformular, \u00fcber das Daten und Proben beantragt werden k\u00f6nnen. F\u00fcr die Freigabe der Nutzungsprojekte gibt es zwei verschiedene Gremien: Beim DIZ ist es das Data Use and Access Comitee (UAC) und bei der Biobank das Biobank-Vergabekomitee. Bei gemeinsamen Antr\u00e4gen nimmt die Leitung der Biobank am UAC teil, um Kenntnis \u00fcber relevante Projekte zu erlangen und die Verf\u00fcgbarkeit der Proben zu pr\u00fcfen. Nach Bewilligung des Datennutzungsantrags durch das UAC des DIZ entscheidet das Vergabekomitee der Biobank \u00fcber die Bereitstellung der Bioproben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie l\u00e4uft die Beantragung von Daten und Bioproben am DIZ Halle f\u00fcr Forschende ab?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Daniel Tiller:<\/strong> Es gibt zwei Wege: \u00dcber das Forschungsdatenportal f\u00fcr Gesundheit (FDPG), wo standort\u00fcbergreifende Machbarkeitsabfragen sowie Datennutzungsantr\u00e4ge gestellt werden k\u00f6nnen, oder lokal \u00fcber unsere REDCap-basierte Plattform. Bei einem lokalen Antrag ist die Nutzung von Bioproben m\u00f6glich, bei einem Antrag \u00fcber das FDPG noch nicht. Das h\u00e4ngt damit zusammen, dass f\u00fcr die Bioprobennutzung immer ein lokaler Kooperationspartner zur Verf\u00fcgung stehen muss.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Melanie Zinkhan:<\/strong> Wenn Forschende f\u00fcr ihre Projekte Bioproben ben\u00f6tigen, machen wir \u00fcblicherweise eine Machbarkeitsanfrage in unserem Biobank-Informationssystem indem wir pr\u00fcfen, welche Proben die gew\u00fcnschten Kriterien erf\u00fcllen. Wenn noch Daten aus dem DIZ ben\u00f6tigt werden, erfolgt ein \u00dcbergang in das eben erw\u00e4hnte REDCap-Formular aus dem DIZ. Dann realisieren wir die Bearbeitung der Nutzungsantr\u00e4ge technisch gemeinsam.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das DIZ Halle beteiligt sich am neuen Digitalen FortschrittsHub (DigiHub) care:ecoHUB, der anders als die bisherigen Projekte der Medizininformatik-Initiative (MII) die Pflege fokussiert. Worum geht es bei diesem Projekt und welche Rolle spielt das DIZ?<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Daniel Tiller:<\/strong> Der care:ecoHUB ist offiziell der siebte DigiHub, ist aber etwas anders entstanden als die anderen sechs DigiHubs der MII. Care:ecoHUB ist ein Teilprojekt der Innovationsregion f\u00fcr digitale Transformation von Pflege und Gesundheit (TPG). Ziel ist, erstmals Pflegedaten aus verschiedenen Einrichtungen zu b\u00fcndeln und zu harmonisieren. Das DIZ erweitert daf\u00fcr seine Aufgabe: Es integriert nicht mehr nur Daten des Uniklinikums, sondern auch Daten aus f\u00fcnf Pflegeeinrichtungen in f\u00fcnf Landkreisen des s\u00fcdlichen Sachsen-Anhalts. Daf\u00fcr definieren und implementieren wir einen Pflegedatensatz. Den gibt es in dieser Form bisher nicht. Dieser Pflegedatensatz soll zun\u00e4chst den Grad der Pflegebed\u00fcrftigkeit aus den in den Pflegeeinrichtungen erhobenen Daten abbilden.<br>Zus\u00e4tzlich sollen digitale Pflegeinnovationen wie Sensoren oder Exoskelette eingesetzt und vom DIZ evaluiert werden. Das Anspruchsvolle an dem Projekt ist, dass nicht nur f\u00fcnf verschiedene Einrichtungen eingebunden werden, sondern auch f\u00fcnf verschiedene Settings: Die Akutpflege, die station\u00e4re Pflege, die ambulante Pflege, die h\u00e4usliche Pflege und zus\u00e4tzlich auch ein kommunales Gesundheitszentrum.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Welche weiteren gemeinsamen Pl\u00e4ne und Projekte haben Sie f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Zusammenarbeit?&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Melanie Zinkhan:<\/strong> Eines unserer derzeit gr\u00f6\u00dften Projekte ist es, den Broad Consent f\u00fcr Kinder und Jugendliche sowie eine zugeh\u00f6rige Bioprobensammlung zu etablieren. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr.<\/strong> <strong>Daniel Tiller:<\/strong> Am Standort Halle werden aktuell Zusatzmodule des MII-Broad Consents (z. B. Psychische Gesundheit), Patienteneinwilligungen, die im Rahmen des Modellvorhabens Genomsequenzierung erhoben werden und weitere Einwilligungsmodule f\u00fcr lokale Projekte, welche Bioproben auf Grundlage des MII Broad Consents sammeln, implementiert. Des Weiteren arbeiten wir daran, weitere Daten, vor allem im Bereich Onkologie zu erschlie\u00dfen und f\u00fcr die Forschung zug\u00e4nglich zu machen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mehr als 10.000 Patientinnen und Patienten haben an der Unimedizin Halle der Nutzung ihrer medizinischen Daten und Bioproben zugestimmt. Wie diese Daten und Bioproben an die Forschenden kommen, erkl\u00e4ren Dr. Melanie Zinkhan und Dr. Daniel Tiller im Interview.<\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":25818,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-25812","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-5-fragen-an"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.smith.care\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25812","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.smith.care\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.smith.care\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.smith.care\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.smith.care\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=25812"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.smith.care\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25812\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":25815,"href":"https:\/\/www.smith.care\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25812\/revisions\/25815"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.smith.care\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/25818"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.smith.care\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=25812"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.smith.care\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=25812"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.smith.care\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=25812"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}