INTERPOLAR: Umfangreiche Datensätze zur Medikationssicherheit liegen vor – Datenanalysen starten
12. INTERPOLAR-Tag am 26./27. März 2026 in Leipzig
Am 26. und 27. März haben sich Projektmitarbeitende aus dem INTRPOLAR-Projekt getroffen, um sich zur nächsten Phase der Studien zur Arzneimitteltherapiesicherheit auszutauschen.
In INTERPOLAR wird untersucht, wie IT-gestützte Medikationsanalysen Krankenhausapothekerinnen und -apotheker bei der Identifikation klinisch relevanter und potenziell vermeidbarer Medikationsprobleme unterstützen können.
Projektleiter Prof. Dr. Markus Löffler (Universität Leipzig) eröffnete die Veranstaltung mit einem kurzen Überblick über die bisherigen Ergebnisse: In der ersten Phase der INTERPOLAR-Studie hat das Projektteam zunächst an allen teilnehmenden Standorten eine standortübergreifend harmonisierte Dokumentation für Medikationsanalysen und arzneimittelbezogene Probleme eingeführt. Insgesamt wurden in der ersten Phase über 27.000 Medikationsanalysen, über 16.000 medikationsbezogene Probleme und über 600 Kontraindikationen an den 14 beteiligten Universitätskliniken erfasst.
Erste Basis für Datenanalysen zur Arzneimitteltherapiesicherheit
Im Januar 2026 sind die INTERPOLAR-Studien in die zweite Phase gestartet, in der mithilfe von Algorithmen arzneimittelbezogene Probleme identifiziert werden. Grundlage hierfür ist eine von Expertinnen und Experten kuratierte Liste mit Kontraindikationen. Die algorithmisch gefundenen arzneimittelbezogenen Probleme werden im nächsten Schritt nach Richtigkeit und Relevanz bewertet. Die ersten Bewertungen sind bereits erfolgt und sollen bis etwa Mitte des Jahres weitergeführt werden.
Ein weiterer zentraler Fokus der Veranstaltung waren spezielle Datenanalyseprojekte, die von Projektmitarbeitenden auf Grundlage des umfangreichen Datensatzes durchgeführt werden können. Dr. Daniel Neumann (Universität Leipzig) stellte dafür potenzielle Themen vor, darunter:
- Geschlechtsspezifische Analysen von medikationsbezogenen Problemen
- Faktorenanalysen zur Erklärung erfolgreicher Inventionen bei medikationsbezogenen Problemen
- Identifikation von Triggern unerwünschter Medikationsereignisse (Adverse Drug Events)
- Gefundene Kontraindikationen bei unterschiedlichen Interventionsstufen im zeitlichen Vergleich, z. B. mit und ohne IT-Unterstützung der Stationsapothekerinnen und -apotheker
- Klinische Kontextualisierung algorithmisch detektierter Kontraindikationen
Weitere Diskussionsthemen umfassten Statusberichte aus den Arbeitspaketen, die Vorstellung des statistischen Analyseplans sowie die Implementierung der Core Data Set Toolchain.
Der nächste INTERPOLAR-Tag findet voraussichtlich im November statt.