Ein Blick ins DIZ: Medizinische Forschungsprojekte niedrigschwellig und sicher umsetzen mit dem Datenintegrationszentrum Aachen
In der SMITH-News-Reihe „Ein Blick ins DIZ“ stellen sich die Datenintegrationszentren (DIZ) vor, die im Rahmen des SMITH-Konsortiums der Medizininformatik-Initiative (MII) aufgebaut wurden. Die DIZ, ursprünglich an universitätsmedizinischen Standorten eingerichtet, ermöglichen einen sicheren, datenschutzkonformen Zugang zu hochwertigen Daten aus der Routineversorgung. Im abschließenden Teil unserer Reihe präsentiert das DIZ-Team des Universitätsklinikums Aachen (UKA), wie seine internen Abläufe organisiert sind, welche Projekte aktuell vorangetrieben werden und was das Team am Ende der Woche zusammenschweißt.
In welchen Funktionen sind die Mitarbeitenden am DIZ Aachen beschäftigt?
Das Team des DIZ Aachen ist in folgenden Bereichen tätig: Projektmanagement, Datenmanagement, Transferstelle, Systemadministration und IT-Infrastruktur.
Wie ist das DIZ Aachen aufgebaut?
Das DIZ Aachen ist dem Geschäftsbereich IT der Uniklinik RWTH Aachen zugeordnet und in den Bereich IT-Systeme Forschung und Data Analytics integriert. Gemeinsam mit dem Institut für Medizinische Informatik, dem Geschäftsbereich Recht, der Stabsstelle Risiko- und Informations-Governance sowie dem Dekanat der Medizinischen Fakultät arbeiten wir kontinuierlich an der Optimierung von Datennutzungsprozessen. Diese betreffen sowohl Projekte über das Forschungsdatenportal für Gesundheit (FDPG) als auch interne Studien und wissenschaftliche Arbeiten. Hierbei werden insbesondere Anforderungen des Datenschutzes und der Informationssicherheit in Kooperation mit den zuständigen Einheiten umgesetzt.
Welche Services bieten Sie für Forschende an?
Als DIZ-Team helfen wir Forschenden an der Uniklinik RWTH Aachen bei der Sekundärnutzung von Gesundheitsdaten, indem wir…
- …bei der Planung von Forschungsvorhaben unterstützen: Wir prüfen die Datenverfügbarkeit und ermitteln Fallzahlen im Rahmen von Vorabanalysen – sowohl für lokale Vorhaben als auch für Anfragen über das FDPG.
- …für diese Vorhaben und Anfragen Patientendaten aus der Routineversorgung der Uniklinik RWTH Aachen datenschutzkonform und qualitätsgesichert bereitstellen.
- …bei der Konzeption und dem Entwurf von Informationssystemen für Forschungsvorhaben beraten, die zunehmend Komponenten der Künstlichen Intelligenz beinhalten.
Woran arbeiten Sie gerade?
Derzeit arbeiten wir daran, onkologische Datenquellen zu erschließen, damit wir das MII-Kerndatensatz-Erweiterungsmodul Onkologie in unser Portfolio aufnehmen können. Dieses umfasst Daten zu Diagnose, Therapie und Nachsorge von Krebspatientinnen und -patienten. Dazu zählen auch Informationen zu krebsspezifischen Klassifikationen (TNM), Stadieneinteilungen sowie Therapieempfehlungen aus Tumorkonferenzen.
Durch unser Zentrum für Personalisierte Medizin (ZPM) an der Uniklinik RWTH Aachen haben wir die Möglichkeit, parallel dazu die Erschließung des Moduls Molekulares Tumorboard anzugehen.
Welche Ziele haben Sie für die Zukunft?
Mit dem DIZ Aachen verfolgen wir das Ziel, Versorgungsdaten für die Forschung möglichst niedrigschwellig zugänglich zu machen. Hierfür überprüfen wir regelmäßig interne Prozesse und entwickeln sie weiter. Dabei stehen wir im engen Austausch mit Forschenden sowie Expertinnen und Experten aus den Bereichen Datenschutzmanagement, Recht und Medizinische Informatik. Ein zentrales Anliegen ist die Harmonisierung, Digitalisierung und Automatisierung von Abläufen – z.B. beim Antragsprozess und bei der Qualitätssicherung – um die Datenbereitstellung effizienter und nutzerfreundlicher zu gestalten.
Ein Fun Fact zum DIZ Aachen:
Currywurst am Freitag! Dieses Kultgericht gibt uns auf den letzten Metern der Woche noch einmal genug Energie und Tatkraft für die übrigen Aufgaben.
Die universitätsmedizinischen Standorte der Medizininformatik-Initiative (MII) haben seit 2018 Datenintegrationszentren aufgebaut, gefördert vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR). 2023 wurden die DIZ der Universitätsklinika in das Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) integriert. Seitdem werden sie im Rahmen des NUM vom BMFTR gefördert, aber weiterhin durch die MII weiterentwickelt und gesteuert.