Nachbericht zum Jubiläumssymposium der Medizininformatik-Initiative (MII)
Auf dem Symposium der MII am 24. und 25. März 2026 kamen Akteure der digitalen Gesundheitsforschung zusammen, um nach 10 Jahren Projektlaufzeit Bilanz zu ziehen und künftige Perspektiven zu diskutieren.
Eröffnet wurde das Symposium von Sebastian C. Semler, Leiter der Koordinationsstelle der Medizininformatik-Initiative (MII) und Geschäftsführer der TMF e.V., sowie Jens Bussmann, Generalsekretär des Verbandes Die Deutschen Universitätsklinika (VUD). Diese beiden Organisationen bilden mit dem Medizinischen Fakultätentag die Geschäftsführung der Koordinationsstelle der MII. Förderer der MII ist das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR).
Das Symposium stand unter dem Motto „Zukunft Gesundheit: Daten nutzen. Vernetzung fördern. Innovation gestalten. Zehn Jahre Medizininformatik-Initiative – Grundlage für Forschung, Versorgung und digitale Souveränität in Europa“ und fand im dbb forum berlin statt.
Sebastian C. Semler blickte in seinem Eingangsvortrag „10 Jahre Medizininformatik-Initiative“ zurück: 2016 habe Deutschland ein fragmentiertes Gesundheitssystem mit vielen Standards und rechtlichen Hürden für multizentrische Forschung gehabt. „Heute gibt es hierzulande grenzübergreifende föderierte Dateninfrastrukturen mit Datenintegrationszentren, einen Kerndatensatz, übergreifenden Use Cases und zusätzlichen Rechtsgrundlagen“, machte Sebastian C. Semler deutlich. Ein zentraler Zugangspunkt sei das Forschungsdatenportal Gesundheit (FDPG). „Die MII hat für den Europäischen Gesundheitsdatenraum die entscheidende Grundlage gelegt“, sagte Sebastian C. Semler. „Die Digitalen FortschrittsHubs Gesundheit sind die nächste Ausbaustufe der MII. Die MII-Standards werden etwa im Netzwerk Universitätsmedizin und im Rahmen von NFDI4Health nachgenutzt. Dies alles bietet eine gute Grundlage für den Forschungsstandort Deutschland.“
Die Keynote hielt Prof. Dr. Björn Eskofier, Leiter des Lehrstuhls für KI-unterstützte Therapieentscheidungen an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seine Keynote mit dem Titel „KI für die Gesundheitsversorgung der Zukunft – Wie Daten zu(r) Medizin werden“ machte deutlich, dass die Medizin der Zukunft datengetrieben sein werde. „Entscheidend ist, Gesundheitsdaten aus Forschung und Versorgung in der Breite und Tiefe so nutzen zu können, dass auf dieser Grundlage tatsächlich präzisere und personalisiertere Medizin ermöglicht wird“, so Prof. Eskofier. KI werde Ärztinnen und Ärzte zunehmend bei Diagnostik und Therapie unterstützen. Damit KI ihr Potenzial für Patientinnen und Patienten entfalten könne, brauche es nachhaltige Dateninfrastrukturen und klare wissenschaftspolitische Strategien. Mit der MII und dem European Health Data Space (EDHS) entstünden auch in Deutschland und Europa wichtige Grundlagen für die künftige Entwicklung.

Zum vollständigen Nachbericht der Medizininformatik-Initiative / TMF e. V. | 02.04.2026