Über DISTANCE

DISTANCE – Digital Smart Hub for Advanced Connected Care

Gezielte Vorsorge und Therapie nach intensivmedizinischer Behandlung

Arztpraxen und regionale Krankenhäuser sind zentrale Einrichtungen für die medizinische Versorgung. Auch in diesen nicht-universitären Bereichen fallen große Mengen medizinischer Daten an. Im Digitalen FortschrittsHub DISTANCE wird der interoperable Datenaustausch auf medizinische Einrichtungen der regionalen Versorgung ausgedehnt, um die Behandlungsqualität langfristig zu verbessern. Erstmalig werden strukturierte, longitudinale Daten von Patientinnen und Patienten digital während und nach einer intensivmedizinischen Behandlung erfasst. Künstliche Intelligenz hilft dabei, Risiken und Verschlechterungstendenzen frühzeitig zu erkennen und Krankheitsverläufe präziser vorherzusagen. DISTANCE nutzt hierfür die Infrastruktur der Medizininformatik-Initiative (MII). In einem bundesweiten Roll-Out wird das technischen Konzept auf regionale Krankenhäuser und Ärztenetze übertragen und erprobt.

Digitaler FortschrittsHub DISTANCE

Aufbau skalierbarer, sektorenübergreifender und interoperabler Infrastrukturen zwischen regionalen Gesundheitsdienstleistern und der klinischen Forschung

Entwicklung der PICOS-App zur Intensivnachsorge unter Berücksichtigung von Bedürfnissen regionaler Versorger sowie von Patientinnen und Patienten

Unterstützung der Selbstfürsorge von Patientinnen und Patienten, indem sie mit der PICOS-App einen Überblick über ihren psychischen und physischen Zustand erhalten

Enge Kooperation mit 12 regionalen Versorgungseinrichtungen sowie sieben weiteren Partnern aus Wissenschaft und Forschung unter Federführung des Universitätsklinikums Aachen

Verbesserung des Behandlungserfolges nach intensivmedizinischer Betreuung

Viele ambulante Patientinnen und Patienten leiden in den Wochen und Monaten nach einer längeren intensivmedizinischen Behandlung, zum Beispiel infolge eines lebensbedrohlichen Atem- oder Kreislaufversagens, unter psychischen und physischen Beschwerden – dem sogenannten Post Intensive Care Syndrome (PICS). Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus führt dies häufig zu deutlichen Einbußen in der Lebensqualität. Die Patientinnen und Patienten werden in ihrem Lebensalltag mit Problemen aufgrund anhaltender mentaler, kognitiver, physischer und/oder psychischer Einschränkungen konfrontiert und können sich teilweise nicht mehr selbstständig versorgen.

Im FortschrittsHub DISTANCE bekommen Betroffene die patientenorientierte PICOS-App an die Hand, die regelmäßig über den individuellen Gesundheitszustand informiert und bei der medizinischen Selbstfürsorge im Alltag unterstützt. Die App bündelt Informationen zum psychischen und physischen Befinden und generiert dabei gleichzeitig große Datenmengen. Dank dieser Datenbasis können kritische Erkrankungen zukünftig besser eingeschätzt, die Behandlungsqualität durch frühzeitiges Eingreifen optimiert und erneute Krankenhauseinweisungen vermieden werden.

Symptome des Post Intensive Care Syndrome (PICS)

Versorgungsqualität durch intersektoralen Datenaustausch verbessern

Durch die stärkere Vernetzung von Unikliniken, regionalen Häusern sowie niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten werden sektorenübergreifende Patientendaten zu unterschiedlichen Zeitpunkten der Behandlung erhoben. DISTANCE führt die Ergebnisdaten in anonymisierter Form zusammen und stellt sie für sekundäre Datenanalyse- und Forschungszwecke bereit. Dadurch ergibt sich ein strukturierter Überblick verschiedener elektronischer Patientendatensätze aus allen relevanten Bereichen der Gesundheitsversorgung.

Mit Methoden des Datenmanagements und der Datenmodellierung lassen sich bisher unbekannte Zusammenhänge und Abhängigkeiten verschiedener Krankheiten identifizieren. Die gesammelten Daten ermöglichen die Optimierung der klinischen Bedingungen und Behandlungsprozesse für bestimmte Patientengruppen durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz.

DISTANCE-Faktenblatt

Stand: 10/2023

Über die neuen Digitalen FortschrittsHubs Gesundheit

DISTANCE ist einer der sechs Digitalen FortschrittsHubs Gesundheit, die Mitte 2021 gestartet sind. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) stellt bis 2025 hierfür rund 50 Millionen Euro bereit. Aufgabe der FortschrittsHubs ist es, die Pionierarbeiten der Medizininformatik-Initiative (MII) zur Digitalisierung in der Medizin aus den Unikliniken – zunächst in Pilotprojekten – in alle Bereiche des Gesundheitssystems einfließen zu lassen. Ausgangspunkt eines Hubs ist das Datenintegrationszentrum (DIZ) einer Uniklinik. Diese Zentren wurden als IT-Infrastrukturen an fast allen Unikliniken im Rahmen der Medizininformatik-Initiative aufgebaut. Ein DIZ vernetzt sich mit regionalen Partnern – darunter Krankenhäuser, Arztpraxen, Rehabilitations- und Pflegeeinrichtungen sowie Rettungsdienste. Auch Forschungseinrichtungen und Krankenkassen sind Partner der Hubs.