Digital Hub

Der Digital Hub – Eine Datenspeicherplattform für die regionale Versorgung

Sektorenübergreifenden Datenaustausch zwischen regionalen Versorgungseinrichtungen ermöglichen

In Kliniken und Arztpraxen fallen täglich Millionen von Patientendaten an, die ein enormes Potenzial für die Gesundheitsversorgung von morgen liefern. Allerdings liegen die meisten Patientendaten aus den medizinischen Einrichtungen noch ungenutzt in heterogener Form vor. Die Medizininformatik-Initiative (MII) hat bereits die Grundlagen für eine digitale Infrastruktur geschaffen, um Patientendaten aus der Routineversorgung für die Gesundheitsforschung nutzbar zu machen, insbesondere im Bereich der Universitätsmedizin. Hierbei werden die routinemäßig in der Patientenversorgung anfallenden Daten bundesweit über Datenintegrationszentren (DIZ) digital vernetzt und für medizinische Forschungszwecke bereitgestellt. Die DIZ liefern die technischen und organisatorischen Voraussetzungen für einen sicheren sowie datenschutzkonformen Zugang zu qualitativ hochwertigen Daten aus der routinemäßigen Gesundheitsversorgung. Innerhalb eines Standortes werden die medizinischen Daten zusammengeführt, in ein einheitliches Format gebracht und für Forschungs- und Analyseprojekte zur Verfügung gestellt.  Darüber hinaus sind die DIZ bundesweit vernetzt, sodass auch standortübergreifende Projekte möglich sind. Die Ergebnisse können direkt in die Versorgung zurückgeführt werden, sodass zukünftig schnellere und effektivere Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten entwickelt werden können.

DISTANCE Architektur zur Vernetzung zwischen außeruniversitären und universitären
Strukturen mit dem Digital Hub und den bestehenden Strukturen des SMITH Konsortiums. (Quelle: UK Aachen)
 

Verbesserung von Forschung und Versorgung durch Vernetzung regionaler Versorgungsdaten

DISTANCE überträgt das technische Konzept der MII auf regionale Krankenhäuser und Ärztenetze. Dabei baut das Projekt auf die Vorarbeiten der im SMITH-Konsortium geschaffenen IT-Lösungen auf. Das Ziel ist, die Versorgung durch den sektorenübergreifenden Austausch und die Integration medizinischer Daten in den Kerndatensatz der MII zu optimieren. Mit dem Kerndatensatz sind für alle MII-Standorte die Datensätze sowie IT- und Terminologie-Standards festgelegt, nach denen die stationären Patientendaten in den Datenintegrationszentren vorliegen müssen. Langfristig sollen mehr reale Versorgungsdaten zur Verfügung stehen, der Zugang zu den Daten vereinfacht und der Transfer von Forschungsergebnissen in die intersektorale Versorgung beschleunigt werden.

Erstmals werden dabei Längsschnittdaten der Patientinnen und Patienten erhoben. Für die Forschung hochrelevante medizinische Daten werden über die Zeit wiederholt bei denselben Personen erfasst. Zudem wird Künstliche Intelligenz (KI) eingesetzt, um Krankheitsverläufe nach intensivmedizinischer Behandlung besser vorhersagen zu können.

Herzstück in DISTANCE: Der Digital Hub

Der „Digital Hub“ dient als Grundlage für den sektorenübergreifenden, interoperablen Datenaustausch zwischen universitären Einrichtungen, den teilnehmenden Häusern der Grund- und Regelversorgung sowie den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten. Hier werden die Daten aus der Regelversorgung zentral gesammelt, anonymisiert und bundesweit nutzbar gemacht. Alle beteiligten regionalen Gesundheitsdienstleister werden über die sogenannten Hub Connect Boxen, die lokal an den Standorten betrieben werden, verbunden.

Nach Ende des Förderzeitraums im Jahr 2025 soll der Digital Hub mit Hilfe eines Nachhaltigkeitsplans weitergeführt werden. So kann dieser die Funktionalität eines Datenintegrationszentrums (DIZ) für Institutionen ohne eine eigene Einrichtung dieser Art übernehmen und auch kleinere Häuser an das Netzwerk der MII anschließen.

Der Mehrwert des DISTANCE Hub-Ansatzes wird überprüft

Der Aufbau und Betrieb der Infrastruktur gehen mit einem immensen Aufwand einher. Daher wird bei DISTANCE nicht nur die Machbarkeit, sondern auch der Mehrwert des DISTANCE Hub-Ansatzes für die intensivmedizinische Versorgung, medizinische Abläufe und die Forschung bestimmt. Die Pilotierung der Roll-Out-Prozesse und die Abschätzung der Aufwände bei den Roll-Out-Partnern sind hierbei wichtige Aspekte, um die MII künftig auf das gesamte Gesundheitssystem auszudehnen. Eine langfristige, nationale Etablierung wird nur möglich sein, wenn der zusätzliche Aufwand für diesen Prozess sowie sämtliche Betriebskosten angemessen vergütet werden können.

Die ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin GmbH wurde als Projektpartner von DISTANCE im Dezember 2021 von der Universität Leipzig mit einer gesundheitsökonomischen Bewertung beauftragt. Diese Bewertung ermittelt zum einen die Höhe der Kosten von DISTANCE, um auf dieser Grundlage die Kosten eines nationalen Roll-Outs der entwickelten Infrastruktur zu modellieren. Zum anderen werden die Kosten dem perspektivisch zu erwartenden Nutzen gegenübergestellt und so legitimiert.