SMITH-Konsortium

SMITH – Smart Medical Technology for Healthcare

Klinische Forschung und Patientenversorgung nachhaltig verbessern.

Die großen Datenmengen in den klinischen Informationssystemen haben ein enormes Potenzial für die Gesundheitsversorgung von morgen. Medizinische Forschung auf Basis der Wiederverwendung, Zusammenführung und Analyse medizinischer Daten ermöglicht zunehmend die Entwicklung neuer, verbesserter Behandlungsmethoden, Pharmazeutika und Technologien. Das Konsortium Smart Medical Technology for Healthcare – kurz SMITH – setzt hier an und führt heterogene Datenquellen aus der Patientenversorgung in einer interoperablen Struktur zusammen. Forschungs- und Versorgungsdaten werden standortübergreifend verknüpft und optimal verfügbar gemacht. SMITH orientiert sich in seinen Arbeiten an den aktuellen Herausforderungen der Digitalisierung und an der Einführung von E-Health-Maßnahmen im Gesundheitswesen. Diagnosen, Medikation und Behandlungsarten können so künftig noch besser auf Patientinnen und Patienten zugeschnitten werden. Datenschutz und Datensicherheit haben dabei höchste Priorität.

Bildquelle: © UKE, Ronald Frommann

Das SMITH-Team

Über 300 klinische, epidemiologische und systemmedizinische Forschende der Medizininformatik sowie Fachpersonal der Informationstechnologie arbeiten im SMITH-Konsortium zusammen.

Der Verbund umfasst zehn Universitätsklinika, drei Universitäten, zwei außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und vier Industriepartner.

Das Ziel ist, Patientendaten, die während eines Klinikaufenthaltes entstehen, standortübergreifend digital zu vernetzen, um klinische Forschung und eine passgenaue Patientenversorgung zu stärken.

Forschungs- und Versorgungsdaten standortübergreifend verknüpfen

In einem ersten Schritt bauen sieben der zehn am Konsortium beteiligten Universitätsklinika Datenintegrationszentren (DIZ) auf. In enger Kooperation mit den Universitäten Aachen, Jena und Leipzig, zwei außeruniversitären Forschungseinrichtungen und vier Industriepartnern wird die IT-Infrastruktur so weiterentwickelt, dass eine standortübergreifende Verknüpfung von Informationssystemen aus Versorgung und Forschung entsteht. Die neu etablierten Datenintegrationszentren halten Daten und Dokumente für die Aufbereitung und Analyse auf Basis international standardisierter Kommunikations- und Sicherheitsverfahren vor und ermöglichen den einrichtungsübergreifenden Datenaustausch. Daten und Proben, die im Rahmen der Krankenversorgung erhoben werden, können so für die klinische Forschung nutzbar gemacht werden. Gleichfalls schaffen die DIZ die Voraussetzungen dafür, dass neu gewonnene Forschungserkenntnisse in die Versorgung rückgekoppelt werden. Voraussetzung hierfür ist jeweils die informierte Einwilligung der Patientinnen und Patienten in die Nutzung ihrer Daten für Forschungszwecke.

Konkrete Anwendungen veranschaulichen den medizinischen Mehrwert

Das Konsortium belegt die Funktionalität und Effektivität der Datenintegrationszentren durch einen methodischen Anwendungsfall und zwei klinische Anwendungsfälle in den Bereichen der Intensiv- und Infektionsmedizin. Der methodische Use Case PheP unterstützt durch die Etablierung einer Phänotypisierungs-Pipeline den Aufbau, die qualitative Anreichung und Auswertung des vorhandenen klinischen Datenbestandes. Die klinischen Use Cases ASIC und HELP sind zugeschnitten auf die medizinische Expertise an den Standorten. ASIC fördert die Verbesserung der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Akutem Lungenversagen durch die Nutzung klinischer Routinedaten. Der Use Case HELP thematisiert den leitliniengerechten Einsatz von Antibiotika zur zielgerichteten Bekämpfung bestimmter bakterieller Infektionen. Beide Use Cases integrieren an den beteiligten Standorten mobile Anwendungen (Apps) in den Klinikalltag. Über die SMITH-Serviceplattform ist die Nutzung der Ergebnisse des Konsortiums durch weitere Vernetzungspartner möglich.

Um die Aus-, Fort- und Weiterbildung und den Einsatz von Fachpersonal im Rahmen der deutschlandweit geplanten Datenintegration zu stärken, sind zudem an allen Standorten die Etablierung neuer Professuren und der umfangreiche, strukturierte Ausbau von Lehrangeboten in der Medizininformatik geplant.

Über die Medizininformatik-Initiative

SMITH ist eines von vier durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Konsortien der Medizininformatik-Initiative (MII). Ziel der Medizininformatik-Initiative (MII) ist die Verbesserung von Forschungsmöglichkeiten und Patientenversorgung durch innovative IT-Lösungen. Diese sollen den Austausch und die Nutzung von Daten aus Krankenversorgung, klinischer und biomedizinischer Forschung über die Grenzen von Institutionen und Standorten hinweg ermöglichen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die MII bis 2022 mit rund 180 Millionen Euro. In den vier Konsortien DIFUTURE, HiGHmed, MIRACUM und SMITH arbeiten alle Einrichtungen der Universitätsmedizin in Deutschland an über 30 Standorten gemeinsam mit Forschungseinrichtungen, Unternehmen, Krankenkassen und Patientenvertretern daran, die Rahmenbedingungen zu entwickeln, damit Erkenntnisse aus der Forschung direkt den Patienten erreichen können. Für die nationale Abstimmung der Entwicklungen innerhalb der MII ist eine Koordinationsstelle zuständig, die die Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung e.V. (TMF) gemeinsam mit dem Medizinischen Fakultätentag (MFT) und dem Verband der Universitätsklinika Deutschlands e.V. (VUD) in Berlin betreibt.