SMITH-Konsortium

SMITH – Smart Medical Technology for Healthcare

Klinische Forschung und Patientenversorgung nachhaltig verbessern

Die großen Datenmengen in den klinischen Informationssystemen haben ein enormes Potenzial für die Gesundheitsversorgung von morgen. Medizinische Forschung auf Basis der Wiederverwendung, Zusammenführung und Analyse medizinischer Daten ermöglicht zunehmend die Entwicklung neuer, verbesserter Behandlungsmethoden, Pharmazeutika und Technologien. Das Konsortium Smart Medical Technology for Healthcare – kurz SMITH – setzt hier an und führt heterogene Datenquellen aus der Patientenversorgung in einer interoperablen Struktur zusammen. Forschungs- und Versorgungsdaten werden standortübergreifend verknüpft und optimal verfügbar gemacht. SMITH orientiert sich in seinen Arbeiten an den aktuellen Herausforderungen der Digitalisierung und an der Einführung von E-Health-Maßnahmen im Gesundheitswesen. Diagnosen, Medikation und Behandlungsarten können so künftig noch besser auf Patientinnen und Patienten zugeschnitten werden. Datenschutz und Datensicherheit haben dabei höchste Priorität.

Das SMITH-Team

Über 300 klinische, epidemiologische und systemmedizinische Forschende der Medizininformatik sowie Fachpersonal der Informationstechnologie arbeiten im SMITH-Konsortium zusammen.

Der Verbund umfasst neun Universitätsklinika, vier Universitäten, zwei außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und vier Industriepartner.

Das Ziel ist, Patientendaten, die während eines Klinikaufenthaltes entstehen, standortübergreifend digital zu vernetzen, um klinische Forschung und eine passgenaue Patientenversorgung zu stärken.

Forschungs- und Versorgungsdaten standortübergreifend verknüpfen

Um Daten aus Versorgung und Forschung miteinander zu verbinden, haben die am Konsortium beteiligten Universitätskliniken in Aachen, Bonn, Essen, Halle, Hamburg, Jena und Leipzig nachhaltige Datenintegrationszentren (DIZ) etabliert. Die Vernetzungspartner Ruhr-Universität Bochum, das Universitätsklinikum Düsseldorf und die Universitätsmedizin Rostock bereiten den Aufbau eines DIZ vor. In enger Kooperation mit den Universitäten Aachen, Jena und Leipzig, zwei außeruniversitären Forschungseinrichtungen und vier Industriepartnern wird die IT-Infrastruktur so weiterentwickelt, dass eine standortübergreifende Verknüpfung von Informationssystemen aus Versorgung und Forschung entsteht. Die neu etablierten Datenintegrationszentren halten Daten und Dokumente für die Aufbereitung und Analyse auf Basis international standardisierter Kommunikations- und Sicherheitsverfahren vor und ermöglichen den einrichtungsübergreifenden Datenaustausch. Daten und Proben, die im Rahmen der Krankenversorgung erhoben werden, können so für die klinische Forschung nutzbar gemacht werden. Gleichfalls schaffen die DIZ die Voraussetzungen dafür, dass neu gewonnene Forschungserkenntnisse in die Versorgung rückgekoppelt werden. Voraussetzung hierfür ist jeweils die informierte Einwilligung der Patientinnen und Patienten in die Nutzung ihrer Daten für Forschungszwecke.

Konkrete Anwendungen veranschaulichen den medizinischen Mehrwert

Das Konsortium belegt die Funktionalität und Effektivität der Datenintegrationszentren durch einen methodischen Anwendungsfall und zwei klinische Anwendungsfälle in den Bereichen der Intensiv- und Infektionsmedizin. Der methodische Use Case PheP unterstützt durch die Etablierung einer Phänotypisierungs-Pipeline den Aufbau, die qualitative Anreichung und Auswertung des vorhandenen klinischen Datenbestandes. Die klinischen Use Cases ASIC und HELP sind zugeschnitten auf die medizinische Expertise an den Standorten. ASIC fördert die Verbesserung der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Akutem Lungenversagen durch die Nutzung klinischer Routinedaten. Der Use Case HELP thematisiert den leitliniengerechten Einsatz von Antibiotika zur zielgerichteten Bekämpfung bestimmter bakterieller Infektionen. Beide Use Cases integrieren an den beteiligten Standorten mobile Anwendungen (Apps) in den Klinikalltag. Über die SMITH-Serviceplattform ist die Nutzung der Ergebnisse des Konsortiums durch weitere Vernetzungspartner möglich.

Um die Aus-, Fort- und Weiterbildung und den Einsatz von Fachpersonal im Rahmen der deutschlandweit geplanten Datenintegration zu stärken, sind zudem an allen Standorten die Etablierung neuer Professuren und der umfangreiche, strukturierte Ausbau von Lehrangeboten in der Medizininformatik geplant.

Über die Medizininformatik-Initiative

SMITH ist eines von vier durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Konsortien der Medizininformatik-Initiative (MII). Ziel der Medizininformatik-Initiative (MII) ist die Verbesserung von Forschungsmöglichkeiten und Patientenversorgung durch innovative IT-Lösungen. Diese sollen den Austausch und die Nutzung von Daten aus Krankenversorgung, klinischer und biomedizinischer Forschung über die Grenzen von Institutionen und Standorten hinweg ermöglichen. In der Aufbau- und Vernetzungsphase (2018-2022) fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung den Aufbau von Datenintegrationszentren an den Universitätskliniken mit über 200 Millionen Euro. Von 2023 bis 2026 soll die Zusammenarbeit zwischen den Universitätskliniken ausgebaut und um neue Partner erweitert werden. Ergänzend fördert das BMBF im Rahmen der MII sechs Digitale FortschrittsHubs Gesundheit mit rund 50 Millionen Euro (2021-2025). Ihre Aufgabe ist es, die Pionierarbeit der Unikliniken in weitere Bereiche des Gesundheitssystems einzubringen, von der ambulanten Versorgung bis zur Rehabilitation und Nachsorge.