Standardisierte Auswertung von Versorgungsdaten | SMITH Konsortium richtet dreitägigen FHIR Workshop aus

Im Juli vergangenen Jahres hat sich die Medizininformatik-Initiative (MII) auf die Verwendung des internationalen HL7-Standards FHIR für die Umsetzung des Kerndatensatzes der MII geeinigt. Das einheitliche Format vereinfacht den Datenaustausch zwischen Softwaresystemen im Gesundheitswesen und ermöglicht somit eine einheitliche Datenbereitstellung von Versorgungsdaten für die medizinische Forschung.

Zur Verortung von FHIR führte das SMITH Konsortium vom 11. bis 13. Februar 2020 einen MII-übergreifenden Workshop am Universitätsklinikum Jena (UKJ) durch. Fachreferenten aus Wissenschaft und Industrie teilten mit 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ihr Wissen zu den technischen und organisatorischen Voraussetzungen für einen institutionsübergreifenden Datenaustausch.

Dr. Danny Ammon, Leiter des Datenintegrationszentrums des Universitätsklinikums Jena, beleuchtete die Interoperabilitätsstandards im Gesundheitswesen und stellte deren Bedarf, Einsatz, ihre Entwicklung sowie ihre Profilierung vor. Daran anschließend zeigten Dr. Frank Meineke und Sebastian Stäubert vom Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie der Universität Leipzig die verschiedenen Phasen eines Data Use Projects (DUPs) auf sowie die Entwicklung einer klinischen Fragestellung hin zu fertigen Analyse.

In einem Übungsblock zum Profilierungswerkzeug ART-DECOR konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam mit Dr. Kutaiba Saleh vom Universitätsklinikum Jena den Umgang mit der Software, die Datenaufbereitung sowie den Einsatz in den DUPs erlernen. Simone Heckmann von der Gefyra GmbH rüstete zu HL7 und FHIR. Sie führte ein in die Begrifflichkeiten und Anwendung der Spezifikation, in Ressourcen, Profilierung und die praktische Umsetzung der Interoperabilität im Gesundheitswesen.

Den Abschluss des Workshops bildeten die Themenblöcke Anwendung von SQL-Datenbanken für die Datenextraktion, statistische Datenanalyse und die Nutzung von Analyse-Funktionen, welche von Julia Gantner und Prof. Dr. Cord Spreckelsen vom Institut für Medizinische Statistik, Informatik und Datenwissenschaften (IMSID) des UKJ sowie Thomas Nitzsche (InterSystems GmbH) vorgetragen wurden. Die Veranstaltung wurde von der AG Lehre des SMITH Konsortiums organisiert.

Forschung mit Routinedaten der Krankenversorgung: Deutschland will zügig aufholen

Politischer Abend der Medizininformatik-Initiative zeigt Fortschritte bei der Erschließung von Patientendaten – Rechtssicherheit und weitere Investitionen angemahnt

Pressemitteilung Medizininformatik-Initiative/TMF e. V.

Berlin, 14.02.2020. „Das Potential der Digitalisierung ist im Bereich des Gesundheitswesens enorm – für effizientere Prozesse, für mehr Patientensicherheit und vor allem für eine bessere Versorgung“, sagte Christian Luft, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), gestern zum Auftakt des politischen Abends der Medizininformatik-Initiative (MII) des BMBF. Die Veranstaltung fand programmatisch im erst kürzlich eröffneten FUTURIUM, dem „Haus der Zukünfte“ im Berliner Regierungsviertel, statt. Podiumsgäste wie Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigten sich gleichermaßen entschlossen, die Chancen der datengetriebenen Gesundheitsforschung für Patientenversorgung und Wissenschaftsstandort zu nutzen.

Medizininformatik-Initiative gibt wichtige Impulse für Interoperabilität

BMBF-Staatssekretär Christian Luft betonte, die MII habe bereits in kurzer Zeit wichtige Impulse für die Standardisierung gegeben: mit einem bundeseinheitlichen Mustertext zur Patienteneinwilligung, einem standortübergreifenden Kerndatensatz und der Verwendung von HL7 FHIR als Datenaustauschformat. Das BMBF kündigte an, bereits im kommenden Monat im Rahmen der Medizininformatik-Initiative die Terminologie SNOMED CT bereitstellen zu wollen, um wichtige Vorarbeiten für die geplante nationale Einführung im Jahr 2021 zu ermöglichen. Zudem sollen die Konzepte der MII im Rahmen der neuen Fördermaßnahme „Digitale FortschrittsHubs Gesundheit“ durch weitere stationäre und niedergelassene Versorger erprobt werden.

Forschungsstandort Deutschland stellt sich neu auf

Erste Übersichten aus einer forschungsbezogenen Sonderauswertung der #smarthealthsystems-Studie der Bertelsmann-Stiftung präsentierte Studienleiter Dr. Thomas Kostera. Demnach war Deutschland zum Studienzeitpunkt in Sachen Sekundärdatennutzung noch Schlusslicht im Ländervergleich. Mit den vorgenommenen und anstehenden gesetzgeberischen Weichenstellungen sowie den Vorarbeiten der MII beständen nun aber gute Voraussetzungen, um zu den Spitzenreitern aufzuschließen.

Zu den wenigen Ländern, in denen bereits heute strukturierte Daten aus dem Versorgungsalltag national für Forschungszwecke zur Verfügung stehen, gehört Israel. Die Leiterin Digitalisierung im dortigen Gesundheitsministerium Esti Shelly berichtete in einer Keynote von der digitalen Transformation der Gesundheitsversorgung in Israel.

Mit der Vorstellung des Entwurfes für ein Patientendaten-Schutzgesetz nimmt die Diskussion über den vertrauensvollen Rahmen einer zukünftigen Nutzung von Routinedaten für die medizinische Forschung auch in Deutschland weiter an Fahrt auf. Gematik-Geschäftsführer Dr. med. Markus Leyck Dieken betonte den Willen zur engen Zusammenarbeit mit der Medizininformatik-Initiative, um im Rahmen der digitalen Aufholjagd gemeinsam das Tempo hoch zu halten. Hierzu stellte der gematik-Chef den weiteren Fahrplan für eine bereits im Jahr 2023 forschungskompatible elektronische Patientenakte vor.

Die Vertreter von MII, gematik und Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) zeigten sich an diesem Abend zuversichtlich, dass mit der gemeinsamen Festlegung auf international akzeptierte Standards die Interoperabilität im deutschen Gesundheitswesen eine wichtige Hürde genommen hat. KBV-Vorstand Dr. Thomas Kriedel bekräftigte das gemeinsame Ziel aller Beteiligten, zügig zu einer einheitlichen Sprache in der digitalen Medizin zu gelangen – vom Uniklinikum bis zum niedergelassenen Arzt. Die Verständigung auf die Terminologien SNOMED CT und LOINC sei dabei eine wichtige Wegmarke.

Medienkontakt:

Stefan Rabe, Sophie Haderer, Tel.: 030 − 22 00 24 730, E-Mail: presse@medizininformatik-initiative.de 

Zur vollständigen Pressemitteilung | 14.02.2020

Transfer zwischen Forschung und Praxis | SMITH veranstaltet Partner-Dialog-Meeting

Am Freitag, dem 06.02.2020, führte das SMITH Konsortium in Düsseldorf das erste Partner-Dialog-Meeting für nicht universitäre Krankenhäuser und Arztnetze durch. Im offenen Austausch zwischen rund 80 Teilnehmern von Krankenhäusern, Arztnetzen, Verbänden und Industriepartnern wurden die Chancen diskutiert, die sich für alle Beteiligten in einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit ergeben.

Verbesserte Versorgungsforschung, schnellerer Transfer aus der Forschung in die Krankenversorgung, langfristige Verbesserung von Diagnose, Prävention und Therapie und somit Attraktivitätssteigerung für Ärzte in Krankenhäusern und Arztnetzen sind wichtige Mehrwerte, die sich aus der Zusammenarbeit mit SMITH ergeben.

In Kurzvorträgen stellten die Vertreter des Konsortiums den Aufbau der Datenintegrationszentren, die Datenschutzaspekte, die Mehrwerte der drei Anwendungsfälle, die SMITH Service Plattform sowie das Lösungsangebot für den Transfer der SMITH-Architektur auf die Belange des nicht-universitären Bereiches vor.

Jochen Brink, der Präsident der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW), sprach über die Anforderungen an die Zusammenarbeit aus Sicht der Krankenhäuser. Die KGNW unterstütze ausdrücklich eine gleichberechtigte Partnerschaft und ein auf die technologischen, organisatorischen und ökonomischen Rahmenbedingungen der regionalen Krankenhäuser angepasstes Betriebsmodell.

In der Schlussdiskussion wurde mit Nachdruck von allen Beteiligten die Bedeutung einer zielführenden Zusammenarbeit auf Augenhöhe betont, um die Chancen einer personalisierten Medizin für Patienten und Leistungserbringer realisieren zu können.

Für September dieses Jahrs ist eine Fortsetzung des Partnerdialoges geplant, in dem der Schwerpunkt auf der Sicht der Krankenhäuser und Arztnetze liegen wird.

Vortragsfolien der Redner im Überblick:

Berufsbegleitender Weiterbildungsstudiengang “eHealth & Communication (M.Sc.)” an der FSU Jena | Bewerbungsfrist endet am 15. Februar 2020

Am 01.04.2020 startet der neue berufsbegleitende Masterstudiengang “eHealth & Communication” an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Der interdiziplinäre Studiengang verbindet u.a. Medizin, Informatik, Public Health und Kommunikationswissenschaften. Er befähigt dazu, die Digitalisierung im Gesundheitswesen durch wissenschaftlich fundierten Einsatz von eHealth-Technologien aktiv zu gestalten. Dabei liegt ein Hauptaugenmerk auf der Entwicklung und Reflexion von Kommunikationskompetenzen im Kontext der digitalisierten Medizin.

Die aktuelle Bewerbungsfrist endet am 15. Februar 2020.

Weitere Informationen:
E-Mail: master-ehealth@uni-jena.de
Web: www.master-ehealth.uni-jena.de


App zur Früherkennung von akutem Lungenversagen (ARDS) | SMITH befindet sich in der finalen Entwicklungsphase

Der durch das SMITH Konsortium definierte klinische Anwendungsfall Algorithmische Überwachung – kurz ASIC – beschreibt ein Szenario, welches sich schwerpunktmäßig auf Intensivstationen abspielt und sich mit Patienten beschäftigt, bei denen auf Grund verschiedener Ursachen und Risikofaktoren ein akutes Lungenversagen (Acute respiratory distress syndrome – ARDS) eintreten könnte. Das akute Lungenversagen ist eine schwere Erkrankung, die unter anderem dazu führt, dass die Lunge ihrer Aufgabe, den Körper mit Sauerstoff zu versorgen, nicht mehr nachkommen kann. Die Mehrheit der Patienten, die an dieser Erkrankung leiden, muss künstlich beatmet werden und leider verstirbt noch immer eine nicht geringe Zahl dieser Patienten. Forscher konnten jedoch zeigen, dass die Beachtung bestimmter Therapieprinzipien die oft schwierige Behandlung dieser Patienten deutlich erfolgreicher machen kann.

Um die behandelnden Ärzte bei der Früherkennung zu unterstützen, wird im Rahmen des Anwendungsfalles ASIC aktuell eine mobile Anwendung (App) für Android und iPhones entwickelt, welche eine kontinuierliche elektronische Überwachung der relevanten Vitalparameter der Intensivpatienten gewährleistet. Bei klinischer Verschlechterung liefert die App in Form von Hinweisen und einer kompakten Übersicht die relevanten Daten zu allen betroffenen Patienten und ermöglicht eine patientenbezogene ablaufgesteuerte tatsächliche Feststellung von ARDS basierend auf leitlinienkonformen Kriterien. Abhängig vom Schweregrad des ARDS werden zusätzlich leitlinienkonforme Empfehlungen den behandelten Ärzten zeitnah und ortsunabhängig innerhalb des Ablaufs zur Verfügung gestellt, sodass sofortige therapeutische Reaktionen ausgerichtet an evidenzbasierten Maßnahmen möglich sind.

Die erste Android-App-Version konnte bereits unter Verwendung von Testdaten auf der diesjährigen Medica in Düsseldorf präsentiert werden. Die iPhone-App-Version befindet sich aktuell in einer finalen Entwicklungsphase, sodass beide Apps zeitnah unter Verwendung von Testdaten auf den jeweiligen Endgeräten erprobt werden können. Eine Anbindung an die standortspezifischen Patientendaten-Management-Systeme und somit eine Integration in den klinischen Alltag ist an den jeweiligen Standorten im Laufe des kommenden Jahres geplant.

Nutzeroberfläche der ASIC App:

Masterstudiengang Medical Data Science startet im September 2020 an der RWTH Aachen International Academy

Die Medizinische Fakultät der RWTH Aachen mit dem Institut für medizinische Informatik unter der Leitung von Professor Dr. med. R. Röhrig und die RWTH International Academy bieten ab September 2020 den postgradualen, berufsbegleitenden und interprofessionellen Studiengang „Master of Science in Medical Data Science (M.Sc.)“ an. Der viersemestrige Studiengang richtet sich an Absolventinnen und Absolventen eines Studiums der Medizin und Life Sciences sowie an Absolventinnen und Absolventen aus den Bereichen Informatik, Mathematik und Naturwissenschaften mit einer spezifischen medizininformatischen Berufserfahrung. Die Lehre übernehmen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus Medizin und Informatik der RWTH sowie Einrichtungen aus dem SMITH-Konsortium.

Der Studiengang baut auf dem von SMITH entworfenen BMHI Lernzielkatalog auf, der darauf abzielt, medizininformatische Lehre zu gestalten, abzubilden und vergleichbar zu machen.  Zusammen mit der RWTH International Academy ist ein zielgerichtetes und innovatives privatrechtlich organisiertes Studienangebot entwickelt worden, welches den Teilnehmenden und Ihren Unternehmen und Einrichtungen aussichtsreiche Perspektiven im Umgang mit großen Datenmengen guter Qualität und unter Beachtung strenger Datenschutzauflagen bietet.

Fortführende Informationen finden Sie unter: https://www.master-medical-data-science.de/

Medizininformatik-Initiative des BMBF präsentiert sich im Health IT Forum der Medica

News Medizininformatik-Initiative/TMF e. V.

Düsseldorf, 21.11.2019. Vertreterinnen und Vertreter der Medizininformatik-Initiative (MII) des BMBF haben ihre Ziele und bisherigen Erfolge vom 18. bis zum 21. November einem internationalen Messepublikum auf der MEDICA in Düsseldorf vorgestellt. In diesem Rahmen hat sich die MII am 19. November im Health IT Forum der MEDICA unter dem Motto „The Learning Health System: The Medical Informatics Initiative Germany and the Future of Data driven Medical Research“ präsentiert.

In der Session stellten die Konsortien und die Koordinationsstelle der MII aktuelle Projektergebnisse und die geplanten weiteren Vorhaben vor. Diese wurden in einer sich anschließenden Gesprächsrunde von führenden europäischen Expertinnen und Experten aus internationaler Perspektive beleuchtet. Im Schwerpunkt standen dabei Themen wie Interoperabilität, Translation und Patienteneinbezug in datengetriebener medizinischer Forschung in Europa.

Vertreter der Medizininformatik-Initiative und internationale Experten auf dem Health IT Forum der Medica: Dr. Stephan H. Schug (European Health Telematics Association), Prof. Dr. Ulrich Mansmann (DIFUTURE), Sebastian C. Semler (MII-Koordinationsstelle), Dr. Jaane Rauschenberg (BMBF), Dr. Tim Herrmann (MIRACUM), M.D., PhD Gerrit Meijer (Netherlands Cancer Institute, UMC Utrecht), Prof. Dipak Kalra (University College London), Morten E. Petersen (sundhed.dk), Dr. Katrin Crameri (Schweizer Institut für Bioinformatik), Prof. Dr. Gernot Marx (SMITH) (v.l.n.r.) © Thomas Luenen

Zum vollständigen Artikel | 21.11.2019

Medizininformatik-Initiative mit internationalem Expertenpanel auf der MEDICA Düsseldorf: Impulse für die Zukunft datengetriebener medizinischer Forschung

Presseeinladung Medizininformatik-Initiative/TMF e. V.

Düsseldorf, 18.11.2019. Daten vernetzen, Gesundheitsversorgung verbessern – dafür steht die Medizininformatik-Initiative (MII) der Bundesregierung. Ziel der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Initiative ist die Verbesserung von Forschungsmöglichkeiten und Patientenversorgung durch innovative IT-Lösungen.

Am Dienstag, 19. November 2019 präsentieren das BMBF, die vier geförderten Konsortien DIFUTURE, HiGHmed, MIRACUM und SMITH sowie die Koordinationsstelle der MII beim HEALTH IT FORUM  der MEDICA auf der Messe Düsseldorf (Halle 13, Stage E82) aktuelle Projektergebnisse und die geplanten weiteren Vorhaben. Diese werden in einer sich anschließenden Gesprächsrunde von führenden europäischen Expertinnen und Experten aus internationaler Perspektive beleuchtet. Ein Jahr vor der Übernahme der deutschen Ratspräsidentschaft wird es um eine Standortbestimmung in Sachen Interoperabilität, Datenqualität sowie Translation und Patienteneinbezug in datengetriebener medizinischer Forschung in Europa gehen.

Referentinnen und Referenten der MII-Sessions im MEDICA HEALTH IT FORUM:

Session „Strengthening research and advancing healthcare – The German Medical Informatics Initiative“ (13:00 – 14:00 Uhr)

  • Dr. Jaane Rauschenberg, Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
  • Prof. Dr. Björn Bergh, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (HiGHmed)
  • Dr.-Ing. Tim Herrmann, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (MIRACUM)
  • Prof. Dr. Ulrich Mansmann, Ludwig-Maximilians-Universität München (DIFUTURE)
  • Prof. Dr. Gernot Marx, Uniklinik RWTH Aachen (SMITH)
  • Sebastian C. Semler, TMF – Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung e.V. (MII-Koordinationsstelle)

Session “The Learning Health System: International Perspective on the Future of Data driven Medical Research” (14:00 – 14:30 Uhr)

  • Dr. Katrin Crameri, Schweizer Institut für Bioinformatik, Mitglied im National Steering Board des Swiss Personalized Health Networks (SPHN), Director Personalized Health Informatics Group
  • Prof. Dipak Kalra, University College London, President of the European Institute for Health Records, President of the European Institutes for Innovation through Health Data, Mitglied im External Advisory Board HiGHmed
  • M.D., PhD Gerrit Meijer Translational Gastrointestinal Oncology, Netherlands Cancer Institute,UMC Utrecht Mitglied im Scientific Advisory Board der Medizininformatik-Initiative
  • Morten Elbæk Petersen CEO sundhed.dk, Mitglied im Scientific Advisory Board der Medizininformatik-Initiative
  • Moderation: Dr. Stephan H. Schug, MPH, Chief Medical Officer, European Health Telematics Association

Alle Sessions des MEDICA HEALTH IT FORUMS finden in englischer Sprache statt.

Eine Voranmeldung Ihrer Teilnahme ist nicht notwendig. Bitte beachten Sie, dass für den Zutritt auf das Messegelände eine Akkreditierung durch die Messe Düsseldorf erforderlich ist: www.medica.de/de/Presse/

Medienkontakt:

Sophie Haderer, Stefan Rabe, Tel.: 030 − 22 00 24 730,
E-Mail: presse@medizininformatik-initiative.de

Zur vollständigen Presseeinladung | 18.11.2019

Bundesministerium für Bildung und Forschung präsentiert Medizininformatik-Initiative auf der MEDICA 2019

Daten vernetzen, Gesundheitsversorgung verbessern – dafür steht die Medizininformatik-Initiative (MII) der Bundesregierung. Ziel der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Initiative ist die Verbesserung von Forschungsmöglichkeiten und Patientenversorgung durch innovative IT-Lösungen. Vom 18. bis zum 21. November 2019 können Messebesucher am Stand der MII (Halle 13, Stand F46) mit Ansprechpartnern aus den MII-Konsortien ins Gespräch kommen.

Am Dienstag, 19.11.2019 findet von 13:00 – 14:30 Uhr die Session „The Learning Health System: The Medical Informatics Initiative Germany and the Future of Data-driven Medical Research“ des MEDICA HEALTH IT Forums mit internationalen Panel-Sprechern in Halle 13, Stand E82 statt. Das SMITH Konsortium wird hier durch Prof. Dr. Gernot Marx, Direktor der Klinik für Operative Intensivmedizin und Intermediate Care der Uniklinik RWTH Aachen und zweiter Sprecher des Konsortiums präsentiert. Begleitend findet an diesem Tag ein „Meet the Experts“ am Ausstellungsstand statt.

Mehr Informationen: Medica Website

Medizininformatik-Initiative: Impulse für die digitale Medizin

aerzteblatt.de | 18.10.2019

Vier große Forschungskonsortien aus der Hochschulmedizin arbeiten daran, Patientendaten für die Behandlung und Forschung durch innovative IT-Lösungen verfügbar zu machen und die standortübergreifende Vernetzung voranzutreiben. Aufbruchstimmung und Kooperationswillen bei den Beteiligten sind spürbar.

Es könnte eine Erfolgsgeschichte werden, die sich bislang noch weitgehend im Schatten eines anderen großen Gesundheits-IT-Projekts – dem Aufbau der Tele­ma­tik­infra­struk­tur – abspielt. „Die Medizininformatik-Initiative hat eine wirkliche Initialzündung ausgelöst“, erklärte Prof. Dr. med. Markus Löffler, Universität Leipzig, beim ersten Kongress des SMITH-Konsortiums. Neben DIFUTURE, HiGHmed und MIRACUM ist SMITH eines der vier großen Konsortien aus Einrichtungen der Universitätsmedizin, die seit 2016 die Chancen der Digitalisierung dazu nutzen wollen, Forschung und Versorgung enger zu verknüpfen und zu verbessern.

Entstanden sei „eine extrem starke Bewegung“, die nicht nur die medizininformatischen Fachleute erfasst habe, sondern „auch die Vorstände der Hochschulen, der Universitätskliniken und der medizinischen Fakultäten, die das als Strategiethema ausgewählt haben und die Initiative unterstützen“, betonte Medizininformatiker Löffler, Konsortialleiter von SMITH, im September in Berlin. Inzwischen seien „sehr kooperative Prozesse in ganz Deutschland in Gang gekommen“, die zu einer starken Konvergenz zwischen den vier Konsortien geführt hätten. Löffler verbucht es als großen Erfolg der Initiative, dass sich inzwischen alle Universitätskliniken in irgendeiner Form in eines der vier Konsortien einbringen.

Der Hintergrund: Riesige Datenmengen werden jeden Tag im Gesundheitswesen erzeugt – und verbleiben anschließend ungenutzt in den Datensilos von Institutionen, Sektoren sowie Forschungs- und Gesundheitseinrichtungen. Eine Rolle spielt dabei auch, dass die Daten aus der Versorgungsroutine wie Labordaten, Röntgenbilder oder Arztbriefe überaus heterogen sind. Die Medizininformatik-Initiative (MII), vom Bun­des­for­schungs­minis­terium (BMBF) 2015 gestartet und in mehreren Phasen zunächst bis zum Jahr 2021 mit mehr als 150 Millionen Euro gefördert, soll das ändern. Ihr Ziel ist es, die Grenze zwischen Patientenversorgung und medizinischer Forschung durch IT-Lösungen zu überwinden (Kasten MII).

Daten aus der Krankenversorgung und der klinischen und biomedizinischen Forschung sollen dabei institutionen- und standortübergreifend ausgetauscht und für medizinische Forschung genutzt werden können. Forschungsergebnisse sollen im Gegenzug aber auch schneller wieder in die Routine zurückgespielt werden. Die Anforderungen dafür sind komplex: Erforderlich sind dafür nicht nur interoperable Systeme, sondern beispielsweise ebenso einheitliche Datenschutz- und Datennutzungskonzepte. Spätestens ab 2022 soll in einer zweiten Förderphase die Vernetzung dann auf weitere Partner, Sektoren und Anwendungen ausgedehnt werden.

Daten harmonisieren und computerlesbar machen

Beispiel SMITH: Das Akronym steht für „Smart Medical Information Technology of Healthcare“. Die wesentlichen Ziele: „Wir wollen die elektronische Krankenakte erschließen und zugänglich machen. Im Augenblick ist das kaum der Fall“, erläuterte Löffler. „Die allermeisten Krankenhäuser hierzulande haben nur die für die Abrechnung relevanten Daten verfügbar. 95 Prozent der Informationen aus dem Krankenhausinformationssystem können wir zudem nicht nutzen.“ So ließen sich etwa aus einem PDF-Dokument nicht die Nebenwirkungen einer Medikation für Analysen herauslesen, erläuterte er. Die Daten müssen harmonisiert und computerlesbar gemacht werden. Das erfordere strukturierte, automatisiert auslesbare Angaben und einheitliche Datenformate, um beispielsweise Laborwerte zu vergleichen, Kurven zu erstellen und neue Erkenntnisse aus Daten zu generieren.

Derzeit sind sieben Uniklinika in SMITH organisiert (Aachen, Bonn, Essen, Halle, Jena, Leipzig, Hamburg-Eppendorf), hinzu kommen Vernetzungspartner, das heißt solche, die zwar mitarbeiten, aber zunächst noch kein eigenes Datenintegrationszentrum (DIZ) aufbauen, nämlich die Unikliniken Bochum, Düsseldorf und Rostock. In den DIZ sollen Versorgungs- und Forschungsdaten dezentral am jeweiligen Uniklinikstandort zusammengeführt, standardisiert und für den standortübergreifenden Austausch aufbereitet werden.

„Wir haben außerdem ein breites Spektrum von Industriepartnern gewonnen, bei uns mitzuwirken“, berichtete Löffler. Das sei eine strategische Entscheidung, „weil wir so dafür sorgen wollen, dass die Techniken und die Prozesse, die in den DIZ aufgebaut werden, anschließend auch aus kompetenter Hand vorgehalten werden und eine Nachhaltigkeit entwickeln“, meinte er. So sind innerhalb von SMITH etwa die Unternehmen März und InterSystems für den DIZ-Aufbau und den Rollout aller technischen Spezifikationen zuständig. Weitere Industriepartner sind beispielsweise Bayer, Averbis und ID.

Die übrigen Konsortien sind in ähnlicher Form aufgestellt und kooperieren ebenfalls mit weiteren Partnern, darunter Forschungseinrichtungen, Unternehmen, Krankenkassen, ärztlichen Körperschaften und Patientenvertretern.

Zum vollständigen Artikel auf aerzteblatt.de | 18.10.2019