Qualitätssicherung in der Intensivmedizin | Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) sagt SMITH Konsortium Unterstützung zu

10.07.2020. Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) fördert den praktischen sowie wissenschaftlichen Fortschritt in der Intensiv- und Notfallmedizin. Das SMITH Konsortium leistet mit dem Use Case ASIC einen wichtigen Beitrag hierzu. Die DIVI bekräftigt in einem Letter of Intent nun das Interesse an einer Zusammenarbeit.

Kooperative und interdisziplinäre Kommunikation ist die Grundlage starker partnerschaftlicher Verbundarbeit. Von einem aktiven Wissensaustausch profitieren die Fachdisziplinen und damit der Patient. Das SMITH Konsortium fördert mit dem Use Case ASIC die Verbesserung der Patientenversorgung durch die Nutzung bereits vorhandener klinischer Routinedaten. Dies soll am Beispiel der Therapie von Patienten mit akutem Lungenversagen, kurz ARDS  (acute respiratory distress syndrome) gezeigt werden, eine Erkrankung an der heute noch etwa 40 Prozent aller Patienten versterben. Hinzu kommt, dass viele der intensivmedizinisch betreuten Corona-Patienten während der Behandlung an ARDS erkranken, obwohl zahlreiche Überwachungssysteme die wichtigsten Vitalfunktionen der Patienten ununterbrochen beobachten. Gerade die frühen Formen des ARDS werden oft erst erkannt, wenn sich die Lungenfunktion weiter verschlechtert hat.

Die im Rahmen des Use Case ASIC entwickelte ASIC App wirkt dem entgegen, indem sie eine kontinuierliche elektronische Überwachung relevanter Beatmungsparameter gewährleistet und die behandelnden Ärzte auf ein potentielles ARDS hinweist, noch bevor sich der Zustand des Patienten kritisch verändert hat. Mit einer frühzeitigeren Diagnose und einer leitliniengerechten Therapie lässt sich bei der Behandlung der Patienten wertvolle Zeit gewinnen, wodurch mehr Leben gerettet werden können.

Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) fokussiert auf Wissenschaft, Praxis und Forschung in der Intensiv- und Notfallmedizin und hat SMITH nun offiziell in einem Letter of Intent seine Unterstützung ausgesprochen. Mit der Automatisierung der intensivmedizinischen Überwachung trägt der Use Case ASIC des SMITH Konsortiums entscheidend zur Qualitätssicherung in der Intensivmedizin bei.

Weitere Informationen zur Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin finden Sie hier.

Präzise Diagnostik und Behandlung von akutem Lungenversagen | Einsatz der ASIC App wird auf Intensivstationen ausgeweitet

01.07.2020. Knapp ein Jahr nach Start der Kontrollphase hat im Use Case ASIC des SMITH Konsortiums die Phase der Qualitätssicherung begonnen. Hierfür wird die ASIC App nun schrittweise auf allen teilnehmenden Intensivstationen zur Verfügung gestellt und angewendet.

Bildquelle: © Healthcare IT Solutions GmbH

Der Fokus des Use Case ASIC liegt auf Intensivpatienten mit akutem Lungenversagen, kurz ARDS (acute respiratory distress syndrome), eine Erkrankung, an der noch heute etwa 40 Prozent aller Patienten versterben. Ziel ist es, durch Nutzung bereits dokumentierter, klinischer Routinedaten die Diagnose schnellstmöglich zu stellen und eine bessere Behandlung durch Orientierung an den Empfehlungen einschlägiger Leitlinien zu erreichen.

Über die ASIC App, die als Medizinprodukt zertifiziert ist, werden Beatmungsparameter aus dem Patientendatenmanagementsystem gezogen und auf das potentielle Vorliegen eines ARDS untersucht. ARDS-Verdachtsfälle werden den behandelnden Intensivmedizinern unmittelbar über die ASIC App gemeldet. Dies ermöglicht eine frühzeitige diagnostische und therapeutische Reaktion der behandelnden Ärzte. Treffen die Kriterien nach ärztlicher Überprüfung zu und die Angaben werden bestätigt, zeigt die App den jeweiligen Schweregrad und die relevanten leitliniengerechten Therapieempfehlungen an.

Als erste Abteilung ging die Klinik für Operative Intensivmedizin und Intermediate Care des Universitätsklinikums RWTH Aachen heute erfolgreich an den Start. Die Resonanz der ärztlichen Kolleginnen und Kollegen auf den Intensivstationen ist durchweg positiv und die Akzeptanz hoch. Im Laufe der nächsten Monate werden weitere beteiligte SMITH Projektpartner mit der Anwendung der ASIC App beginnen. Dazu gehören die Universitätskliniken Bonn, Düsseldorf, Halle, Hamburg, Jena, Leipzig und Rostock.

Connecting Digital Health | SMITH auf der DMEA sparks 2020

09.06.2020. Das Jahr 2020 bietet eine große Anzahl an Herausforderungen. Mit der Ausbreitung von Covid19 musste die DMEA 2020 in den Juni dieses Jahres verlegt werden. Statt dreitägigem Austausch im regulären Messegeschehen ist für den 16. – 18. Juni 2020 ein digitales Format entstanden, welches wir gern als Chance nutzen möchten, dennoch mit Ihnen in Austausch zu treten und die Kommunikation nicht abreißen zu lassen.

Digitalisierung im Gesundheitswesen ist ein Thema der Stunde, welches auch durch die aktuellen Ereignisse zunehmend vorangetrieben wird. SMITH leistet als eines von vier Konsortien der Medizininformatik-Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung hier seinen ganz eigenen Beitrag und orientiert sich in seinen Arbeiten an den aktuellen Herausforderungen der Digitalisierung und an der Einführung von E-Health-Maßnahmen im Gesundheitswesen. Unser Ziel ist die nachhaltige Nutzung von Versorgungsdaten in der medizinischen Forschung und somit die Verbesserung von Diagnose, Prävention und Therapie.

Wir laden Sie herzlich zu unseren Webinaren im Rahmen der DMEA sparks 2020 ein:

17.06.2020 | 11:00 – 11:20 Uhr
Semantische Interoperabilität im SMITH-Konsortium mit FHIR und SNOMED CT
Referenten: Danny Ammon, Universitätsklinikum Jena | Matthias Löbe, Universität Leipzig| Thomas Nitzsche, InterSystems GmbH | André Sander, ID GmbH & Co. KG

Weitere Informationen sowie Zugang zum Webinar finden Sie hier.

18.06.2020 | 11:30 – 12:00 Uhr
Die SMITH-Service-Plattform
Prozesse und Infrastruktur für die sekundäre Datennutzung im SMITH-Konsortium
Referent: Marcel Klötgen, Fraunhofer-Institut für Software und Systemtechnik (ISST)

Weitere Informationen sowie Zugang zum Webinar finden Sie hier.

Datenbasierte Früherkennung von akutem Lungenversagen | ASIC App erhält CE-Kennzeichnung als Medizinprodukt

19.05.2020. Die Früherkennungs-App des klinischen Anwendungsfalles ASIC des SMITH Konsortiums hat die CE-Zertifizierung erhalten. Damit gilt die Anwendung als Medizinprodukt der Klasse 1 und kann zur Unterstützung für das frühzeitige Erkennen von akutem Lungenversagen beitragen.

Bildquelle: © Uniklinik RWTH Aachen/OIM

Die Intensivmedizin ist der Bereich in der Medizin, in dem die größten Datenmengen zu einem Patienten anfallen und zumeist in digitaler Form gespeichert werden. Die Nutzung dieser vorhandenen klinischen Routinedaten und deren strukturierte, systematische Auswertung kann die Versorgung von Patienten verbessern. Das zeigt der durch das SMITH Konsortium umgesetzte klinische Anwendungsfall Algorithmische Überwachung von Intensivpatienten – kurz ASIC, der dies am Beispiel der Therapie von Patienten mit akutem Lungenversagen (ARDS – acute respiratory distress syndrome) praktiziert.

Obwohl klare Kriterien für das Vorliegen eines ARDS bestehen, ist die Diagnosestellung häufig schwierig.  Um die behandelnden Ärzte bei der Früherkennung zu unterstützen, wurde im Rahmen des Anwendungsfalles die ASIC App für iOS und Android-basierte Geräte entwickelt. Die mobile Anwendung gewährleistet eine kontinuierliche elektronische Überwachung der relevanten Beatmungsparameter der Intensivpatienten. Bei klinischer Verschlechterung liefert die App die relevanten Daten zu allen betroffenen Patienten und ermöglicht eine patientenbezogene ablaufgesteuerte tatsächliche Feststellung von ARDS basierend auf leitlinienkonformen Kriterien und sich daran anschließenden Therapieempfehlungen. Die Beachtung dieser kann die oft schwierige Behandlung der Patienten deutlich erfolgreicher machen.

Nach einer zweijährigen Entwicklungs- und Testphase trägt die App nun offiziell das gesetzliche Prüfzeichen der CE-Kennzeichnung und ist damit in der Medizininformatik-Initiative das erste erfolgreich zertifizierte Medizinprodukt der Klasse I. Eine Anbindung an die bereits existierenden klinischen und administrativen Systeme im Bereich der Patientendatenverwaltung und somit die Integration in den klinischen Alltag ist an acht universitätsmedizinischen Standorten des SMITH Konsortiums geplant.

MII beteiligt sich an cocos-Initiative

Führende Akteure des Gesundheitswesens haben sich in den vergangenen Wochen zur cocos-Initiative (Corona Component Standards) zusammengeschlossen. Ziel der Initiative ist es, einheitliche Datenformate und Standards zur Interoperabilität für Covid-bezogene Daten und deren Zusammenführung zu etablieren.

Quelle: © Shutterstock.com/Marco Guidice und Francesca Coati

14.05.2020. Die Corona-Pandemie stellt das Gesundheitssystem vor große Herausforderungen. In der Wissenschafts-, Tech – und Startup-Szene entstehen im Moment unabhängig voneinander vielfältige Lösungen zur Erforschung von und zum Umgang mit Covid-19. Die cocos-Initiative will darauf hinwirken, dass die vielen kreativen und guten Ansätze zusammenfinden und damit besser wirksam werden.

Initiiert von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), dem health innovation hub (hih) des Bundesministeriums für Gesundheit und Health Level 7 (HL7) Deutschland sind das Robert -Koch-Institut (RKI), das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArm) zusammen mit dem Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI), die Medizininformatik-Initiative (MII), das Netzwerk Universitätsmedizin und der Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg) als aktive Mitstreiter der Modellinitiative dazugekommen. Die Zahl der unterstützenden Organisationen wie die gematik, IHE Deutschland, das Interoperabilitätsforum u. a. wächst weiter.

Ziel der cocos-Initiative ist es, einheitliche Datenformate und Standards zur Interoperabilität für Covid-bezogene Daten und deren Zusammenführung zu etablieren und damit Anwendern, Entwicklern und Forschern eine Grundlage zu bieten, auf der sie gemeinsam und interoperabel aufsetzen können. 

Fortführende Informationen können Sie der gemeinsamen Pressemitteilung von MII, KBV, hih, HL7 und der Charité entnehmen.

Zustimmung für bundesweite Patienteneinwilligung | Medizininformatik-Initiative setzt Meilenstein für die Forschung

Datenschutzkonferenz des Bundes und der Länder stimmt einheitlichem Mustertext für die Einwilligung zur Forschung mit pseudonymisierten Patientendaten zu – Meilenstein für den Forschungsstandort Deutschland

27.04.2020. Die Konferenz der unabhängigen Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder hat am 15. April ihr Einverständnis zu einem bundesweit einheitlichen Mustertext für die Patienteneinwilligung gegeben. Auf diesen hatten sich alle an der Medizininformatik-Initiative (MII) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung beteiligten Universitätsklinikstandorte zuvor verständigt. Die Akzeptanz der Einwilligungsdokumente ermöglicht der medizinischen Forschung nun, auf Basis der EU-Datenschutzgrundverordnung bundesweit eine breite Einwilligung in die Nutzung pseudonymisierter klinischer Daten einzuholen. Das ist eine wichtige Voraussetzung für eine Vielzahl von Forschungsvorhaben zur Optimierung der Patientenversorgung und der personalisierten Medizin bis hin zur Entwicklung von KI-basierten Entscheidungshilfen.

Die MII schafft gegenwärtig die Voraussetzungen, um Routinedaten der klinischen Versorgung deutschlandweit für die medizinische Forschung verfügbar zu machen. Damit die eigenen Gesundheitsdaten etwa zur Entwicklung neuer Therapien genutzt werden können, muss der Patient in die Datennutzung ausdrücklich einwilligen.

Bildquelle: © Medizininformatik-Initiative TMF e. V.

Die konkrete Anwendung des Mustertextes in den Unikliniken wird nun kurzfristig jeweils vor Ort mit den Ethikkommissionen der Standorte abgestimmt und der Mustertext zeitnah praktisch eingesetzt werden. 

Weitere Informationen:
https://www.medizininformatik-initiative.de/de/mustertext-zur-patienteneinwilligung
Patienteninformation und Einwilligungserklärung [PDF]
Handreichung [PDF]
Pressemitteilung Datenschutzkonferenz

Zur vollständigen Pressemitteilung Medizininformatik-Initiative TMF e. V. | 27.04.2020

Die Rolle der Biobanken in der Medizininformatik-Initiative

Interviewauszug, 15.04.2020:
German Biobank Node im Gespräch mit Prof. Dr. Markus Löffler, Konsortialleiter SMITH

Welche Ziele verfolgen Sie in der Medizininformatik-Initiative?
Markus Löffler:
In der MII arbeiten wir gemeinsam daran, Daten aus Krankenhäusern für die Forschung zu erschließen. Persönlich habe ich vor allem ein klinisch-epidemiologisches Interesse und möchte Informationen zur Situation der Krankenversorgung zugänglich machen. Krankenhausdaten sind leider weitgehend unstrukturiert. Ich möchte erreichen, dass man zum Beispiel leicht herausfinden kann, wie viele Adipositas-Patienten in einem Jahr behandelt wurden und welche Medikamente sie bekommen haben. Das ist zurzeit nicht möglich.

Können Sie die Ausgangssituation genauer beschreiben?
Löffler:
Arztbriefe, die in Krankenhäusern häufig als PDF-Dateien gespeichert werden, zeigen das Dilemma sehr deutlich. Aus medizininformatischer Perspektive sind diese Briefe ein Albtraum. Man kann sie unmöglich systematisch durchsuchen – und zwar aus zwei Gründen: Häufig sind sie ausschließlich in den Akten der Patienten abgelegt, weshalb man Arztbriefe gar nicht erst abfragen kann. Doch auch wenn das möglich wäre, hätte man das Problem, dass Suchen nach „Herzinfarkt“ auch Dokumente mit „Verdacht auf Herzinfarkt“ oder „Verdacht auf Herzinfarkt ausgeschlossen“ zutage fördern. Um auch solche Daten „mine-bar“ zu machen, also gewissermaßen aufzuschließen, brauchen wir intelligente Lösungen der Medizininformatik.

Und welche Lösungen haben Sie dafür?
Löffler:
In allen Konsortien bauen wir neue digitale Infrastrukturen auf – sogenannte Datenintegrationszentren. Wir leiten relevante Daten aus den Krankenhausinformationssystemen in diese DIZ aus und strukturieren sie dort. So können wir in Zukunft auch zwischen den Konsortien data sharing betreiben, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Gleichzeitig arbeiten wir in SMITH an computerlinguistischen Verfahren, um die Dokumente für unsere Zwecke lesbar zu machen. Sie benötigen beispielsweise „Keywords“, andere Begriffe müssen dagegen ausgeblendet werden, um den Datenschutz zu wahren. Eine Suche darin soll letztlich wie eine Google-Abfrage funktionieren.

Welche Rolle spielen Biobanken in SMITH?
Löffler:

Die Bühne von SMITH ist das Krankenhaus. Dabei gelangen natürlich im onkologischen oder kardiologischen Kontext Bioproben aus dem Bereich der Krankenversorgung in die Biobanken. Das entsprechende Record-Linkage ist hier für uns von großer Bedeutung. Die Zusammenarbeit mit der German Biobank Alliance ist insbesondere mit Blick auf die Kerndatensätze für Proben wichtig. Die GBA verfügt bereits über diese Kerndatensätze – wir müssen diese in die MII-Konsortien „einbauen“.

Zum vollständigen Artikel | 15.04.2020

RWTH Aachen International Academy fördert Nachwuchs | Ausschreibung von Stipendien im Rahmen des Masterstudiengangs Medical Data Science

09.04.2020. Zum Studienstart des postgradualen, berufsbegleitenden und interprofessionellen Studiengangs „Master of Science in Medical Data Science (M.Sc.)“ am 29. September 2020 schreibt die RWTH Aachen International Academy zwei Stipendienangebote zur Nachwuchsförderung aus. 

Der Studiengang zielt darauf ab, Experten/-innen auszubilden, die an der Schnittstelle von Medizin und Informatik Expertise sowohl in Data Science als auch in interprofessioneller Kommunikation in Gesundheitsforschung und -versorgung haben und richtet sich an Absolventen/-innen eines Studiums der Medizin und Life Sciences sowie an Absolventen/-innen aus den Bereichen Informatik, Mathematik und Naturwissenschaften mit einer spezifischen (medizin-informatischen) Berufserfahrung. 

Mit der Förderung sollen junge Akademiker/-innen am Anfang ihrer beruflichen Karriere unterstützt werden. Voraussetzung für eine Förderung ist eine Berufserfahrung von maximal 3 Jahren. Die Vergabe der Stipendien erfolgt durch eine Auswahlkommission. Die Vergabeentscheidung wird vorrangig aufgrund der Leistungen im Erststudium sowie Art und Inhalt der einschlägigen Berufserfahrung getroffen.

Die finanzielle Förderung umfasst eine Reduktion der Studiengebühren um 50 Prozent (Stipendiensumme: 13.300 Euro). Deadline für die Abgabe der vollständigen Bewerbungsunterlagen und des Antrags auf Stipendienvergabe ist der 30. Mai 2020.

Weitere Informationen zu den Zugangsvoraussetzungen und zum Studiengang Medical Data Science M. Sc. finden sie hier: www.master-medical-data-science.de

Kontakt: RWTH Aachen International Academy | E-Mail: mds@academy.rwth-aachen.de

Kooperation von Medizininformatik-Initiative und KBV stärkt Digitalisierung im Gesundheitswesen

MIOs mit SNOMED CT® forschungskompatibel gestalten

02.04.2020. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) ist seit letzter Woche Kooperationspartner der Medizininformatik-Initiative (MII) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). In enger Abstimmung arbeiten die Partner an der Entwicklung von forschungskompatiblen und praktikablen Standards für strukturierte Inhalte der elektronischen Patientenakte (ePA) und am MII-Kerndatensatz der Datenintegrationszentren an den Universitätskliniken Deutschlands.

In der MII haben sich alle deutschen Universitätskliniken und weitere Partner bundesweit zusammengeschlossen, um digitale Infrastrukturen aufzubauen, die eine Datennutzung über die Grenzen von Einrichtungen und Standorten hinweg ermöglichen. Ziel ist es, die medizinische Forschung und Patientenversorgung zu verbessern.

Die KBV hat die Aufgabe, die semantische und syntaktische Interoperabilität der Inhalte der ePA sektorübergreifend für das deutsche Gesundheitswesen zu definieren. Dazu spezifiziert sie sogenannte medizinische Informationsobjekte (MIOs) wie Impfpass und U-Heft.

„Die Zusammenarbeit der KBV mit der MII ist ein wichtiger Schritt, damit Forschende zukünftig die Inhalte der ePA nutzen können“, sagt Sebastian C. Semler, Geschäftsführer der TMF – Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung. Als Kooperationspartner der MII kann die KBV SNOMED CT® als medizinische Nomenklatur für die Kodierung der MIOs einsetzen. Die TMF verwaltet als National Release Center die „Pilotlizenz“, die für Teilnehmende und Kooperationspartner der MII für die nächsten drei Jahre gilt. Die Lizenzkosten trägt das BMBF.

Der intensive und produktive Austausch zwischen KBV und MII umfasst sowohl die Entwicklung der MIOs, die zukünftig in die elektronische Patientenakte einfließen, als auch den sogenannten Kerndatensatz der MII, auf den sich alle Standorte der Universitätsmedizin in Deutschland geeinigt haben und der die Bereitstellung von Routinedaten aus der Patientenversorgung für die Forschung harmonisiert. So werden die der ePA zugrundeliegenden Datenmodelle mit dem MII-Kerndatensatz abgeglichen und aufeinander abgestimmt.

Zur vollständigen Pressemitteilung Medizininformatik-Initiative TMF e. V. | 02.04.2020

Standardisierte Auswertung von Versorgungsdaten | SMITH Konsortium richtet dreitägigen FHIR Workshop aus

20.02.2020. Im Juli vergangenen Jahres hat sich die Medizininformatik-Initiative (MII) auf die Verwendung des internationalen HL7-Standards FHIR für die Umsetzung des Kerndatensatzes der MII geeinigt. Das einheitliche Format vereinfacht den Datenaustausch zwischen Softwaresystemen im Gesundheitswesen und ermöglicht somit eine einheitliche Datenbereitstellung von Versorgungsdaten für die medizinische Forschung.

Zur Verortung von FHIR führte das SMITH Konsortium vom 11. bis 13. Februar 2020 einen MII-übergreifenden Workshop am Universitätsklinikum Jena (UKJ) durch. Fachreferenten aus Wissenschaft und Industrie teilten mit 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ihr Wissen zu den technischen und organisatorischen Voraussetzungen für einen institutionsübergreifenden Datenaustausch.

Dr. Danny Ammon, Leiter des Datenintegrationszentrums des Universitätsklinikums Jena, beleuchtete die Interoperabilitätsstandards im Gesundheitswesen und stellte deren Bedarf, Einsatz, ihre Entwicklung sowie ihre Profilierung vor. Daran anschließend zeigten Dr. Frank Meineke und Sebastian Stäubert vom Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie der Universität Leipzig die verschiedenen Phasen eines Data Use Projects (DUPs) auf sowie die Entwicklung einer klinischen Fragestellung hin zu fertigen Analyse.

In einem Übungsblock zum Profilierungswerkzeug ART-DECOR konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam mit Dr. Kutaiba Saleh vom Universitätsklinikum Jena den Umgang mit der Software, die Datenaufbereitung sowie den Einsatz in den DUPs erlernen. Simone Heckmann von der Gefyra GmbH rüstete zu HL7 und FHIR. Sie führte ein in die Begrifflichkeiten und Anwendung der Spezifikation, in Ressourcen, Profilierung und die praktische Umsetzung der Interoperabilität im Gesundheitswesen.

Den Abschluss des Workshops bildeten die Themenblöcke Anwendung von SQL-Datenbanken für die Datenextraktion, statistische Datenanalyse und die Nutzung von Analyse-Funktionen, welche von Julia Gantner und Prof. Dr. Cord Spreckelsen vom Institut für Medizinische Statistik, Informatik und Datenwissenschaften (IMSID) des UKJ sowie Thomas Nitzsche (InterSystems GmbH) vorgetragen wurden. Die Veranstaltung wurde von der AG Lehre des SMITH Konsortiums organisiert.